Antisemitismus im Netz
8. Juni 2010 von ksAntisemitismus und Rechtsextremismus, auch in sozialen Netzwerken, ist leider nicht neu - doch seit der Nachricht über die israelische Militäraktion gegen die “Solidaritätsflotte” “dunkelt” es, um mit dem großen Paul Celan zu sprechen, im Netz: In sozialen Netzwerken wie Facebook nehmen anitsemitische Kommentare und rassistische Witze rasant zu. Das Brisante daran, sie werden nicht einmal anonym ins Netz gestellt. Die Nutzer sozialer Netzwerke machen ihrem Ärger über die israelische Militäraktion unverhohlen und leider völlig unreflektiert Luft. Dabei werden häufig sogar Realnamen und Foto benutzt.
Das gesamte ungeheurliche Bild der öffentlichen Judenhetze bietet sich, wenn man in der Facebook-Suchmaschine youropenbook.org als Suchbegriff “Juden” eingibt. Was sich dem Leser hier bietet, lässt den Atem gefrieren.
Facebook kann oder will diese Inhalte nicht löschen. Solange die Nutzungsbedingungen eingehalten werden, bleiben die Inhalte für jeden sichtbar. Facebook sei eine Plattform für Diskussionen, so die Antwort eines Sprechers des Netzwerkes, weshalb es natürlich vorkommen könne, dass Nutzer kontroverse Themen diskutieren. Zwar wisse das amerikanische Unternehmen, dass rechtsextremer “Nazi Content” in manchen Ländern verboten sei, jedoch heiße dies nicht, dass er komplett aus den Netzwerken verschwinden könne.
Die Frage sei dennoch erlaubt, was mit konkreter Volksverhetzung und Aufruf zum Mord, hier vor allem in morbidesten Analogien zu Holocaust-Szenarien, ist?
Nutzer können entsprechende Seiten und Gruppen melden. Erst im Mai gründete sich auf Facebook eine Widerstandsbewegung gegen die Seite der NPD mit inzwischen mehr als 300.000 Mitgliedern.
Allerdings nutzte in diesem Fall das Melden nicht viel, denn Facebook verwies darauf, dass die NPD in Deutschland eine rechtmäßige Organisation sei.
Hier gefunden: Spiegel Online
