Wie wahr sind Informationen aus dem Netz?
12. Dezember 2008 von hn“Web 2.0 Anwendungen bringen bestehende Internet-Technologien an ihr Limit; daher mussten auch seriöse Programmentwickler [...] auf Hacks und Lücken im System zurückgreifen”, berichtet der ENISA-Experte Giles Hogben. “Es überrascht nicht, dass Kriminelle genau diese Anwendungen angreifen und sie als Vehikel nutzen, um bösartige Codes an die Nutzer zu verteilen.”
Dies ist aber nicht das einzige Problem, dass aus Web 2.0-Anwendungen erwächst. Ein weiteres großes Problem ist es, den Wahrheitsgehalt von Informationen einzuschätzen, wenn Autor oder Absender unbekannt sind. In einer aktuellen Erhebung untersucht die ENISA, welche Strategien Internet-Nutzer anwenden, um Informationen aus dem Web zu verifizieren. Das Ergebnis ist überraschend bis bedenklich: Die Mehrzahl der Nutzer schätzt eine Quelle bereits dann als vertrauenswürdig ein, wenn sie mehr als einmal im Netz zu finden ist.
Ob eine solche Strategie im Zeitalter von Blogs und Wikis, die häufig eine Tendenz zur Verbreitung von Gerüchten aufweisen, erfolgversprechend sein kann, ist mehr als fraglich. Andrea Pirotti, Geschäftsführer der ENISA, zu diesem Thema: “Wir benötigen bessere Instrumente, um das Vertrauen in die Informationen der Web 2.0-Welt zu stärken.”
Die Erhebung der ENISA wurde von internationalen Internet-Sicherheitsexperten erstellt und enthält unter anderem auch einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung von Standards und Architektur des Internets.
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