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Vom Blog zur Staatsaffäre

13. April 2010 von ks

In der französischen Hauptstadt herrscht Aufruhr: Weil ein Blogger über eine mögliche Ehekrise des Präsidentenpaars schrieb, lässt Sarkozy den Geheimdienst ermitteln und löst eine Staatsaffäre aus.

Anfang März hatte ein Pariser Blogger über Twitter verbreitet, dass die Ehe Sarkozys und seiner Frau in einer schweren Krise sei, beide hätten neue Partner. Angeblich habe der Präsident eine Affäre mit seiner Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno und seine Frau Carla Bruni soll ein Verhältnis zu dem erfolgreichen Chansonnier Benjamin Biolay unterhalten.

Einigermaßen bedeutend wird die kurze Notiz des Bloggers allein dadurch, dass der Blog, in dem sie veröffentlicht wurde, auf der Seite des Elysée-nahen Journal du Dimanche (JDD) steht. Damit erhielt sie für viele Berichterstatter und Journalisten den Status einer von offizieller Seite bestätigten Information. Sowohl britische, italienische als auch deutsche Zeitungen berichteten über die Ehekrise des französischen Präsidentenpaars. Sogar in Indien konnte man über die neuesten pikanten Eskapaden Sarkozys und seiner Gattin lesen.

Laut des Präsidenten-Anwalts Thierry Metzer hätten die Gerüchte über eine Ehekrise im Hause Sarkozy den Charakter einer Intrige, die das Ziel habe, den Staatschef und seine Frau zu erschüttern. Die Lage wird immerhin so ernst eingestuft, dass Staatsanwaltschaft und Geheimdienst eingeschaltet wurden.

Dass die Nachricht des Bloggers direkt nach ihrem Erscheinen von der Seite gelöscht wurde und sich der Redaktionsleiter des JDD in einem Brief  bei dem Präsidentenpaar entschuldigte, scheint Sarkozy, der sich und seine Familie zwar gerne in den Medien darstellt aber sehr empfindlich reagiert, wenn ihm der Tonfall der Berichterstattung nicht gefällt, nicht zu besänftigen. Ebenso wenig die Entlassung zweier Mitarbeiter des Webdienstes. Dabei stand in dem Blog nur, was so oder als offenes Geheimnis gilt. Während das Ausland berichtete schwiegen die  französischen Medien über die Gerüchte um Sarkozy und Bruni und erhielten dafür sogar ein zweifelhaftes Lob von Umweltminister Jean-Louis Borloo.

Zur Staatsaffäre wird der Vorfall als der Elysée-Palast die Ex-Justizministerin Rachida Dati verdächtigt, sie habe die pikanten Gerüchte um Sarkozy verbreitet und sei zudem die Quelle des Bloggers. Angeblich habe Rachida Dati aus Rache gehandelt, da ihr einstiger Förderer Sarkozy sie ins Europaparlament abgeschoben habe.

Doch damit nicht genug: Hinter dem großen Medienfeedback der europäischen Medien sieht Nicolas Sarkozy einen Versuch, Frankreich zu destabilisieren. Sarkozys Kommunikationsberater Pierre Charon berzeichnet das Ganze gar als “organisierten Komplott”.

Man darf also gespannt sein, wie die Posse aus dem Elysée-Palast weitergeht…

Hier für Sie gefunden: sueddeutsche.de, RP Online

Lustigste Internetabmahnung 2010

25. Januar 2010 von ks

2010 ist noch ganz jung und schon ist die Komsa AG heißester Anwärter auf Platz 1 der lustigsten Internetabmahnungen des Jahres.  Die Komsa AG hat ein hübsches, sehr einprägsames Logo: Neun grüne Pfeile zu einem Quadrat formiert weisen nach oben rechts. Nun entdeckte eine schockierte Komsa-Mitarbeiterin als sie im Web unterwegs war das Firmenlogo auf fremden Seiten. Flugs wurden also Abmahnungen wegen unerlaubter Nutzung des Logos verschickt. Der Vorwurf: “Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.” Die Betroffenen wurden aufgefordert das Komsa-Logo von ihren Seiten zu entfernen und Auskunft über die Gründe für die Verwendung zu geben. Skurillerweise aber hatten die Betroffenen noch nie von der Komsa AG gehört geschweige denn das Logo verwendet. In seinem Blog berichtet Karsten Windfelder, der ebenfalls eine Abmahnung von Komsa erhielt, wie es nun überhaupt zu den Anschuldigungen kommen konnte.

Die Auflösung ist dabei so absurd, dass man sich unweigerlich an die Geschichten rund um die berühmten Schildbürger erinnert fühlt: Im Firmennetz der Komsa AG blendet ein Ad-Blocker Werbung auf fremden Web-Seiten aus und ersetzt diese automatisch durch das Firmenlogo. Daher sahen Mitarbeiter überall im Web das Pfeilchenlogo.

Hier für Sie gefunden: Spiegel Online