Einträge mit dem Tag ‘Politikerblogs’

Vom Premierminister zum Blogger

9. März 2009 von hn

Für 22 Jahre war er Malaysias Premierminister: Mahathir Mohamad. Stets galt er als autoritärer Machtpolitiker und nicht als Demokrat oder Freund der Meinungsfreiheit, dennoch gilt er als verantwortlich für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung Malaysias. Mittlerweile ist er 83 Jahre alt und seit 2003 nicht mehr im Amt. Jetzt feiert er ein Comeback als einflussreicher Blogger.

Als 2003 Mohamads Nachfolger Abdullah Badawi sein Amt antrat, wurde er von seinem Vorgänger in der Presse solange beschimpft und als Fehlbesetzung gerügt, bis er zu den selben Methoden griff wie einst Mohamad. Kurzerhand verbot Badawi allen großen Medien des Landes, über Mohamad zu berichten. Dieser fand sich plötzlich in derselben Position wieder wie die von ihm lange unterdrückte Opposition und es begann still um ihn zu werden. Doch die Opposition wusste sich mittlerweile zu helfen und es gelang ihr, das Meinungsmonopol der regierungstreuen Medien mithilfe zweier großer Internetportale inklusive Blogs und Foren zu brechen.

Diesen Weg wählt nun auch Mahatir Mohamad, er betreibt das Blog “chedet.com“, das so einflussreich ist, dass es nahezu alle Meldungen in die Presse schaffen. Größtenteils beschränkt Mohamad sich auf Kritik an der aktuellen Regierung, seltener gibt er auch seine Meinung zu außenpolitischen Themen ab. Der Einfluss der politischen Internetportale in Malaysia wird von Analysten als sehr groß bewertet, so  hat nun auch die Stimme von Mohamad wieder viel Gewicht und verschwindet nicht wie so viele andere  im Orkus des Web. Auf jeden Fall schön zu sehen, wie manche Menschen Möglichkeiten zur freien Meinungsäußerung wahrzunehmen versuchen,  die sie lange Zeit am liebsten verboten hätten…

Hier gefunden: derbund.ch, bazonline.ch, tagesanzeiger.ch

Politik für alle

2. Februar 2009 von mah

Zuerst die amerikanische Präsidentschaftswahl, jetzt auch noch das Weltwirtschaftsforum in Davos: Die Politik nimmt immer häufiger direkt Kontakt auf und lässt Außenstehende mitreden - via Internet. Youtube, MySpace und Facebook kooperieren mit Journalisten oder sind selbst in der Schweiz vor Ort und Sprachrohr ihrer Nutzer. Auch einige Blogger berichten direkt von dort.

Auch Online-Musterknabe und US-Präsident Barack Obama wird bewundert für seine bislang beispiellose Präsenz im Web 2.0. Darüber konnte er nicht nur Unmengen von Fans um sich scharen, sondern auch sehr viel Geld für seinen Wahlkampf einsammeln. Deutsche Politiker schauen sich diese Erfolge ganz genau an, gehen aber selber nur kleine Schritte in Richtung Kommunikation über Social Media. Beliebteste Ausrede: Die politische Kultur in Deutschland - es zählen nicht Persönlichkeiten, sondern Parteien. Aber können nicht auch Parteien Persönlichkeit haben?

Hier gefunden: Zeit OnlineSüdwild

Bürgermeisterblog - jetzt auch in Saalfelden

13. November 2008 von hg

Glückliches Land Salzburg. Mit dem Saalfeldener Bürgermeister ist der erste Gemeindevorsteher dieses österreichischen Bundeslandes in der Welt 2.0 angekommen. Das beschert ihm dann auch mit “derbuergermeister.at” noch eine eingängige und leicht zu merkende Internetadresse. So trägt er den veränderten Kommunikationsbedürfnissen, gerade von Jungwählern, Rechnung und stellt neben seinem politischen Profil auch seinen beruflichen Werdegang, seine privaten Interessen und Hobbys vor. So können seine Wähler auch online den Menschen hinter dem Amt wahrnehmen. Zugleich bietet sich die Gelegenheit, regelmäßig aktuelle Ereignisse und Themen aus der Gemeinde zu kommentieren. Der Chef schreibt selbst und erzeugt so Transparenz und Authentizität.

Hier gefunden: salzburg.com

Schweigen im Walde - deutsche Politiker und Web 2.0

10. Juli 2008 von hn

Die USA machen es mal wieder vor: schon im Vorwahlkampf nutzten die Kandidaten das Internet zur Wählermobilisierung, gleiches gilt nun für den Wahlkampf zwischen dem Demokraten Barack Obama und dem Republikaner John McCain. Vertreten sind sie auf allen wichtigen Plattformen, von YouTube über Myspace, Facebook und Twitter bis hin zu Blogs. Alle Kandidaten besitzen Profile bei den wesentliche sozialen Netzwerken, Barack Obama beispielsweise hat bei Facebook 1,1 Millionen Freunde, John McCain bringt es immerhin auf 340.000 Freunde.

Anders sieht es in Deutschland aus. Politiker und Web 2.0? Nahezu Fehlanzeige - Angela Merkel bringt es gerade mal auf 340 Freunde, womit sie aber in Deutschland den Spitzenplatz einnimmt und auch mit ihrem wöchentlichen Podcast ganz weit vorne liegt. Bei diesem Podcast fehlt allerdings die Kommentarfunktion für User, die bei den amerikanischen Politikern ganz selbstverständlich ist. Hier hat die SPD die Nase vorn, bei der Videoreihe “Ihre Fragen an Kurt Beck” können die User via YouTube Fragen an Beck richten, die dann ebenfalls via YouTube beantwortet werden.

Die Netzauftritte deutscher Politiker nehmen sich also äußerst bescheiden aus, ein schweres Versäumnis, wie Falk Lüke, Mitarbeiter der Studie “Politik und Web 2.0″ der Onlineagentur Newthinking, konstatiert: “Wenn die Parteien überleben wollen, müssen sie ins Netz. Da sind die jungen Menschen. In Deutschland ist eine Politikergeneration an der Macht, die damit kokettiert, nicht zu wissen, wie der PC angeht. Da ist es kein Wunder, dass die Internetauftritte nicht internationalen Standards genügen.” Dennoch erwartet Lüke ein sprunghaftes ansteigen der Online-Aktivitäten deutscher Politiker im nächsten Jahr- aber, liebe Politiker, nicht wieder alle Aktivitäten einschlafen lassen wie nach der vergangenen Bundestagswahl, davor hatten fast alle einen Blog, aber danach? Schweigen im Walde, oft nach nur einem einzigen Beitrag…

Hier gefunden: boerse-online.de, Financial Times Deutschland

Politiker im Netz: Wir experimentieren noch!

2. April 2008 von mah

Der laufende US-Wahlkampf dehnt sich bereits wie selbstverständlich auf soziale Netzwerke wie Facebook und Co. aus und nutzt alle erdenklichen Methoden des Word-of-Mouth-Marketings. Meist noch besser als gute Nachrichten verbreiten sich allerdings die schlechten - Patzer, Lügen und Hassbotschaften. Auch in Deutschland setzen sich politische Kommunikatoren verstärkt mit den Chancen der Online-Kommunikation auseinander. Allerdings befänden sich die Parteien hier noch in der “Experimentierphase.” Nach Einschätzung des Kommunikationsforschers Jan Schmidt vom Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung würden Online-Wahlkämpfe in nächster Zeit auch nicht so einen hohen Stellenwert einnehmen wie in den USA.

Hier gefunden: Focus Online, Tommorrow Online, n-tv.de

George Bush bloggt (nicht)

10. Januar 2008 von mah

Der US-Wahlkampf wird verstärkt im Internet geführt und auch in Deutschland beschäftigen sich immer mehr Politiker mit der Online-Kommunikation. Regierungsmitglieder sind allerdings bislang nur selten unter die Blogger gegangen. Aus Anlass einer Nahost-Reise hat das Weiße Haus eine “Art Blog” errichtet, so Heise. Tatsächlich ist es nicht US-Präsident George Bush selbst, der in “Trip Notes from the Middle East” über seine Erlebnisse berichtet, sondern seine Sprecherin Dana Perino. Den Inhalt der bisherigen Postings bewertet Heise folgendermaßen: “wohlüberlegte Pressemitteilungen, für die man eigentlich keinen eigenen Blog hätte einrichten müssen”. Aber spannend ist es allemal unterschiedliche Formen der politischen Kommunikation im Netz zu beobachten.

Hier gfunden: Heise Online

Big Blogger is watching you

4. Dezember 2007 von mah

Weblogs etablieren sich immer stärker in der politischen Kommunikation. Spiegel Online illustriert dies anhand von Beispielen aus dem aktuellen US-Wahlkampf. Blogs publizieren in Echtzeit über große und kleine Auftritte, große und kleine Pannen. Die Kandidaten beobachten die Inhalte politischer Blogs genau, um frühzeitig reagieren und mitdiskutieren zu können - am besten in Echtzeit. Die Wahlkampfführung integriert sie aber auch aktiv in ihre strategische Kommunikation, um den Themensetzungsprozess stärker zu beeinflussen.

Klar, Wahlkampfführung sieht in den USA immer ein wenig anders aus als in Deutschland. Einige Entwicklungen werden mit einem gewissen Zeitverzug allerdings auch hier beobachtet. Spannend wird es, zu beobachten, wie die deutschen Parteien im kommenden Wahljahr mit Blogs umgehen.

Hier gefunden: SPIEGEL Online

Politische Bildung 2.0

12. November 2007 von mah

Jugendliche und Politik sind oftmals schwierig zusammen zu bringen. Mit dem Jugendportal Mitmischen.de hat der Deutsche Bundestag eine Plattform geschaffen, auf der Jugendliche und Politiker über Weblogs, Chats oder ein Forum in Dialog treten können. Virtuell können die angemeldeten Nutzer sogar über aktuelle Gesetzesfragen abstimmen. Eine aktive Ansprache von Schulen und Lehrern erfolgte bislang nicht. Die Redaktion verfolgt die Linie, dass sich junge Menschen eigeninitiativ auf der Seite informieren und beteiligen.

Hier gefunden: ZDFheute.de

Berliner CDU-Politiker startet Weblog

23. September 2007 von mah

Friedbert Pflüger, Vorsitzender der Berliner CDU-Fraktion eröffnet sein eigenes Weblog, was der Tagesspiegel Online als „Pionierarbeit“ bezeichnet. Tatsächlich ist die politische Blogosphäre in Deutschland noch nicht so ausgeprägt wie beispielsweise in den USA oder in Frankreich, dennoch beschäftigten sich deutsche Politiker bereits spätestens zum Bundestagswahlkampf 2005 aktiv mit Blogs (mehr dazu unter politik-digital).

Hier gefunden: Tagesspiegel Online