Einträge mit dem Tag ‘Online-Marketing’

Do you like it?

5. Mai 2010 von hn

Viele kennen bereits den “Like”-Button aus ihrem Facebook-Profil. Gefällt einem etwas, beispielsweise der Verweis auf einen gelungenen Artikel oder eine Ankündigung, klickt man auf den Button und die Facebook-Freunde erhalten darüber Bescheid. Daraus erwächst ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Beiträgen, Mitgliedern und deren Umfeld, dass als “Social Graph” bezeichnet wird. Dies wiederum ist besonderes für Werbekunden interessant, die Dank der gespeicherten Informationen ihre Anzeigen deutlich zielgerichteter platzieren können.

Vor drei Wochen kündigte nun Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf der Facebook-Entwicklerkonferenz an, den “Like”-Button künftig auch auf jeder anderen Webseite verwenden zu können, anstatt ihn wie bislang ausschließlich auf den eigenen Facebook-Seiten zu verwenden. Schon jetzt ziert der Button tausende von Websites, darunter auch prominente Beispiele wie CNN. Klickt ein bei Facebook eingeloggter Besucher den “Like”-Button, sieht er sofort, welche seiner Facebook-Freunde den Beitrag ebenfalls mochten. Im Anschluß daran taucht die Aktion als Objekt im persönlichen Newsfeed und damit auch in den Neuigkeiten der Freunde auf. So erfährt das soziale Netzwerk quasi in Echtzeit, welche Seiten oder Inhalte die Nutzer gerade angesurft haben und was ihnen dabei gefallen hat.

Für die Betreiber von Webseiten lohnt sich die Einbindung des “Like”-Buttons, da sie von der riesigen Datensammlung Facebooks profitieren. Sie müssen sich nicht mehr mit Klickzahlen zufrieden geben, sondern können künftig genau nachvollziehen, wer ihre Angebote nutzt, wer was daran gut fand und wer potenziell als Neukunde geworben werden kann. Datenschützer kritisieren zwar den Umgang Facebooks mit den privaten Daten seiner Mitglieder, das Netzwerk zeigt sich bislang davon jedoch wenig beeindruckt. Ein Grund dafür liegt in der weniger strengen Datenschutz-Gesetzgebung der USA, der Facebook als amerikanisches Unternehmen unterliegt.

Derzeit zieht ein weiteres, neues Feature von Facebook die Kritik auf sich. Dabei handelt es sich um “Connections”. Mit diesem Feature werden von den Nutzern an Facebook übermittelte persönliche Daten wie beispielsweise Heimatstadt, Schulbildung, Karriere, Interessen oder Aktivitäten, in “Connections” transformiert. Was bislang nur Text war, wird nun mit einem Link zu den entsprechenden Seiten unterlegt.

Kritisch an dem neuen Feature sind verschiedene Punkte, die von der Electronic Frontier Foundation aufgelistet werden. Zunächst werden alle Informationen, die nicht verlinkt werden, aus dem Profil entfernt, ein Opt-out existiert nicht. Wer bislang seine Informationen nur für Freunde sichtbar gemacht hat, dürfte sich ebenfalls wundern, denn Facebook ignoriert diese Einstellung und macht Informationen für alle Nutzer sichtbar. Zudem speichert und nutzt Facebook die “Connection”-Daten selbst dann, wenn man sein Profil löscht. Auch mit dem “Like”-Button interagiert “Connections”: Manchmal wird ohne das Wissen des Nutzers eine “Connection” erstellt, wenn dieser irgendwo den “Like”-Button angeklickt hat… Do you like it?

Hier gefunden: tagesschau.de, boingboing.net, Electronic Frontier Foundation

2. Social Media Measurement Summit in Berlin

3. März 2010 von hn

Gestern fand im Berliner Newthinking Store der zweite Social Media Measurement Summit der AG Social Media statt. Etwa 50 Vertreter aus verschieden Bereichen (Verbände, Vermarkter, Agenturen, Produzenten etc.) diskutierten über geeignete Ansätze zur Entwicklung eines Kataloges von Social Media-Kennzahlen und Erhebungsmethoden. Spezifische Kennzahlen für Social Media sollen dazu dienen, die Potenziale von Social Media realistisch einzuschätzen und zu verargumentieren.

Panel- und webseitenbasierte Ansätze in Kombination mit inhaltsbezogenem Monitoring ergeben einen leistungsfähigen Methodenmix, der die Erhebung von Social Media-Kennzahlen ermöglicht. Eine Arbeitsgruppe, wird sich ab sofort  mit der Ausarbeitung der Messgrößendefinition und der Methodenentwicklung beschäftigen.

Momentan arbeiten unterschiedliche Unternehmen und Verbände an eigenen Lösungen. Ziel der AG Social Media - zu deren Gründungsmitgliedern Ausschnitt Medienbeobachtung gehört - ist es, eine gemeinsame Entwicklung voranzutreiben, um Standards zu etablieren und Synergieeffekte zu nutzen. “Social Media sind heute ein fester Bestandteil von PR und Publizistik. Solide und allgemein akzeptierte Kennzahlen sind die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Dazu wollen wir mit der AG Social Media unseren Beitrag leisten, indem wir auch die Bedürfnisse der Marktpartner vertreten, die normalerweise nicht in den Branchengremien verteten sind”, so Jörg Blumtritt, Vorsitzender der AG Social Media.

In Kurzvorträgen wurden drei unterschiedliche Ansätze präsentiert. Dirk Lämmerhirt von The Nielsen Company stellte an konkreten Beispielen Kennzahlen vor, die Nielsen durch Panelforschung erstellt. Oliver Pischke, Geschäftsführer der Spring GmbH & Co. KG (als Dienstleister u.a. für die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung tätig), stellte eine zum Panelansatz komplementäre Methode vor, bei der Content automatisch mit einem eindeutigen Tag gekennzeichnet wird, über das dann die Aufrufe getrackt werden können.

Anna-Maria Zahn, Unitleiterin Leistungswerte/Marktforschung beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), stellte eine geplante Studie des Verbandes vor. Diese soll die spezifische Wirkung von Werbung auf und in Social Media untersuchen. Betrachtet werden neben der Beschreibung des Users auch spezifische Größen für Consumption (Nutzung), Contribution (Aktivität) und Sharing (Inhaltsdistribution).

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Maren Heltsche, Consultant Medien-Analyse bei Ausschnitt Medienbeobachtung, Mitglied im Arbeitskreis Wertschöpfung der DPRG und Vorstandsmitglied der AG Social Media, vertrat insbesondere die Anliegen der PR-Branche, deren Anforderungen in der Erfolgsmessung teilweise anders gelagert sind als im klassischen Marketing. Social Media-Measurement steht ebenso wie die PR-Branche, der Problematik  gegenüber, immaterielle Wertzuwächse in  glaubwürdigen Kennzahlen abzubilden. “Wir sollten nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden: die Kennzahlen, die wir suchen, sollen auch Orientierung an Altbekanntem geben, um das Neue greifbar zu machen.”

siehe auch hier: Internet World Business, Communicationcontrolling.de

Die Bahn machte mobil

29. Mai 2009 von hn

Die Skandale und Skandälchen bei der Deutschen Bahn scheinen sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln. Nach der Affäre um die Bespitzelung von Mitarbeitern steht schon wieder der nächste Ärger ins Haus: Die Bahn soll 2007 während des Tarifkonflikts mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL und in der Diskussion um den Börsengang Millionensummen ausgegeben haben, um ihr Image aufzupolieren. So weit, so legitim. Allerdings wurde dieses Geld ohne Wissen der eigentlichen PR-Abteilung der Bahn investiert und ist in vorproduzierte Medien-, Blog- und Forenbeiträge sowie Leserbriefe und gefälschte Meinungsumfragen geflossen.

Aufgedeckt wurde das ganz vom lobbykritischen Verein LobbyControl, dessen Vorstand Ulrich Müller sich folgendermaßen zum Vorgehen der Bahn äußert: „Hier wurde offensichtlich versucht, die Öffentlichkeit und die politische Debatte dadurch zu beeinflussen, dass vermeintlich unabhängige Dritte im Sinne der Bahn in die öffentliche Debatte eingriffen.“

Nach Angaben von LobbyControl flossen insgesamt 1,3 Millionen Euro von der Bahn an die Agentur „European Public Policy Advisers GmbH“ (EPPA). Diese wiederum beauftragte nach Angaben der Bahn den Verein “berlinpolis” mit konkreten PR-Maßnahmen woraufhin berlinpolis im Oktober 2007 in der Hochphase der Bahnstreiks eine Umfrage veröffentlichte, “nach der 55 Prozent der Bundesbürger gegen den Streik der Lokführer waren. Als Basis wurde eine repräsentative Forsa-Umfrage genannt.” Ein zusätzliches pikantes Detail: Laut LobbyControl soll auch Verkehrsminister Tiefensee in Aktivitäten von berlinpolis eingebunden gewesen sein, unter anderem durch ein Vorwort zu einer berlinpolis-Publikation. Nach eigenen Angaben sieht sich berlinpolis übrigens als “eine unabhängige und eigenverantwortliche Denkfabrik.”

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube wurde am 19. Mai von LobbyControl auf das Vorgehen aufmerksam gemacht und beauftragte einen Tag später die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit der Aufklärung des Vorfalls. Grube dazu: “Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar. Ich werde umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, um auch hier den zugesagten Neubeginn in der Unternehmenskultur zu dokumentieren.” Erste Konsequenz: Ralf Klein-Bölting, seit 2004 als Generalbevollmächtiger Konzernmarketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn tätig, muss wohl seinen Hut nehmen.

Übrigens: Die Bahn ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das versucht, gezielt die öffentliche Meinung zu manipulieren. Fast alle deutschen Forenbeitreiber klagen immer wieder über Versuche von Unternehmen, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Die Bahn befindet sich also in bester Gesellschaft…

Hier gefunden: morgenpost.de, horizont.net, meedia.de

Marketing in schwierigen Zeiten

26. November 2008 von hg

In der Krise sind kreative und weniger kostenintensive Ideen gefragt. Philip Kotler, allen etablierten und angehenden Marketingspezialisten aus ihrem Bücherregal bekannt, plädiert für Sparsamkeit, aber an der richtigen Stelle. Auf keinen Fall dürfen Marke und Kundenbindung leiden. Anstelle teurer Anzeigenkampagnen ist der Einsatz von PR-Maßnahmen mit dem Fokus auf soziale Medien eine Alternative. Hier lässt sich die Energie der Kunden nutzen, um einer Marke Schwung zu verleihen. Voraussetzung ist der Abschied von der üblicherweise praktizierten Einweg-Kommunikation. Marketingabteilungen müssen mit Produkt- und Markenbotschaften die Plattformen ihrer Zielgruppen finden. So eignen sich Spezialisten-Blogs durchaus für Vermarktung im Business-to-business-Bereich. Mundpropaganda durch Kunden, die sich eingebunden und ernst genommen fühlen, ist nicht zu unterschätzen. Deswegen sollten sich Unternehmen auch nicht scheuen, Konsumenten die kritische Auseinandersetzung mit dem Unternehmen und seinen Produkten zu erleichtern. So lässt sich Verbesserungspotenzial aufdecken und die Glaubwürdigkeit steigern. Virale Marketingansätze lassen sich schwer steuern. Umso wichtiger ist es, Transparenz über die Stimmungen und Meinungen zur Marke und den Produkten zu gewinnen. Die Zahlen der Firmen, die spezialisierte Dienstleister zum Meinungsmonitoring im Web einsetzen sind nach Kotlers Meinung noch viel zu gering.

Hier gefunden: ftd.de

Marketing im Web 2.0 steht noch am Anfang

17. November 2008 von hg

Zu dieser Selbsterkenntnis kommen die Mitglieder des Verbandes Marketing Executives Networking Group (MENG), in dem sich Spitzenkräfte des Marketingmetiers zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig mit ihrer Expertise zu befruchten. Im Rahmen der Studie von MENG outen sich zwei Drittel der befragten Top-Marketer als Web 2.0-Anfänger. Über 80 Prozent der Manager verzichten auch auf eine regelmäßige Bewertung der Investitionen in soziale Medien. Ein Erklärungsversuch setzt an der Unsicherheit an, den geeigneten Startpunkt zu finden. Der Aufholbedarf ist klar. Auch wenn die Integration von Web 2.0-Maßnahmen noch schleppend verläuft, sind sich die Vermarktungsexperten einig, dass ihnen hier ein überaus geeignetes Instrument zur Kundenkommunikation bei im Vergleich zu traditionellen Medien relativ geringen Kosten zur Verfügung steht. Dementsprechend betonen die Studienteilnehmer den besonderen Wert von Communities, Blogs und Videoportalen.

Hier gefunden: absatzwirtschaft.de

Social Commerce mit Widgets anfeuern

11. November 2008 von hg

Shopping Widgets sind kleine Programmtools, die in Internetseiten integriert werden und entweder Informationen liefern oder Interaktionen mit anderen Webangeboten ermöglichen.
Interessant erscheint der Einsatz von E‑Commerce-Applikationen innerhalb von Social Networks wie MySpace, Facebook oder StudiVZ. Nutzer dieser Angebote können diese Gimmicks in die eigenen Profilseiten einbinden, so dass sie dann für jeden sichtbar sind, der vorbeischaut.
Natürlich reicht es als Marketingmaßnahme nicht, ein Widget einfach implementieren zu lassen. Die Applikation muss optimal auf die Zielgruppe eingestellt sein. Mitglieder von sozialen Netzwerken werden solche Tools nur dann auf ihre Profilseiten stellen, wenn sie sicher sein können, entweder einen materiellen oder, vielleicht sogar noch wichtiger, einen Imagegewinn innerhalb ihres digitalen Freundeskreises erzielen zu können.
Onlineshops, die auf Social Commerce bauen wollen, müssen sich dessen bewusst sein, dass Widgets einzigartig und originell sein müssen. Zusatznutzen oder ein hoher Unterhaltungswert bei gleichzeitig einfachster Bedienung stellen nachhaltiges Interesse an der kleinen, den Absatz fördernden Maßnahme sicher. Den Spieltrieb des Einzelnen anzusprechen ist sicherlich kein falscher Ansatz.
Hoffnungslos ist der Einsatz von E‑Commerce-Applikationen in Social Networks, wenn die Zielgruppe des Unternehmens nicht Community-affin ist. Da laufen dann die Maßnahmen unbeachtet ins Leere.

Hier gefunden: internetworld Business

Social Advertising oder so ähnlich

28. Oktober 2008 von hg

Endlich kann der gelangweilte Websurfer gepflegt mit seinem Lieblingsbanner quatschen. Eine Kommentarfunktion in diesem altbekannten Werbemittel macht es möglich. Pop-Ups, Skyscrapers, Inter- und Superstitials - Online-Werbung hat im Lauf der Zeit vielfältige Formen angenommen, aber immer musste der User sie hinnehmen oder blocken. Jetzt kann er mit der Anzeige in Dialog treten oder sich mit anderen Rezipienten auf der Werbefläche über selbige austauschen. Sicherheitshalber werden die Kommentare moderiert. Spammer als Trittbrettfahrer sind unerwünscht und auch rechtlich müssen die Kommentarinhalte einer Überprüfung standhalten können. Die schon jetzt überlasteten Gerichte freuen sich ganz sicher, herauszufinden, wer denn dann die Verantwortung für verletzte Persönlichkeits- und Markenrechte trägt. Zurzeit laufen die kommentierbaren Banner unter anderem im Blog von Stefan Niggemeier und bei Spreeblick.

Hier gefunden: ECIN

“Anreize” oder Bestechungsversuch?

24. Juli 2008 von hn

Der Verlag Gruner + Jahr hat für erhebliche Aufregung in der Blogosphäre gesorgt. Um seiner bislang eher erfolglosen Geo-Reisecommunity auf die Sprünge zu helfen hat G + J die Agentur Dot-Films eingeschaltet. Diese hat verschiedene Blogger angeschrieben und ihnen “Anreize” von bis zu 150 Euro für Äußerungen über die Community geboten.

Der Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer äußert sich zu diesem Vorgehen folgendermaßen: “Vielleicht lesen Sie in den kommenden Tagen und Wochen in deutschen Weblogs recht positive Besprechungen der Reisecommunity des Gruner + Jahr-Magazins “Geo”. Das allerdings wäre traurig. Denn dann wäre die Bestechung des “Geo”-Dienstleisters Dot-Films erfolgreich gewesen. “

Als Reaktion auf die erhebliche Aufregung innerhalb der Blogosphäre macht sich Dot-Films nun für einen Disclaimer stark, damit Blogger klar kommunizieren können, auf wessen Anregung ein prämiertes Posting entstanden ist. Neu ist das ganze Vorgehen von Gruner + Jahr allerdings nicht wirklich, vor kurzem hatte schon Tchibo Päckchen ohne Absender mit einem Handy, Zahnbürste und Rasierer an Blogger versendet, um virales Marketing für seine Online-Plattform Tchibo Ideas zu betreiben. Je nach persönlicher Sichtweise könnte man auch dieses Vorgehen als Bestechungsversuch wahrnehmen…

Hier gefunden: Werben&Verkaufen, blog.handelsblatt.de, medienhandbuch.de

Das gedruckte Wort - ein analoges Relikt?

29. Mai 2008 von hn

Vor nicht allzu langer Zeit waren noch viele der Meinung, dass klassische Printmedien wie Zeitungen oder Bücher durch die Konkurrenz des Internets vom Aussterben bedroht seien. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass gedruckte Medien weit weniger gefährdet sind als vermutet. Eher scheint das Gegenteil einzutreten, vielen, vor allem kleineren Verlagen, erwachsen durch das Internet neue Vertriebschancen.

Auch ein Begriff für die neue Verlagswelt im Netz scheint schon zu existieren: E. Heinold schlägt dafür den Begriff “Verlag 3.0″ vor. Nach seiner Kategorisierung bezeichnet der Verlag 1.0 den klassischen Printverlag, während der Begriff Verlag 2.0 einen Verlag kennzeichnet, der crossmediale Informationen verbreitet und nicht ausschließlich auf Printmedien setzt. Ein Verlag 3.0 dagegen tritt nicht mehr ausschließlich als Content-Provider, also Vermittler von Inhalten auf, sondern “steht im Zentrum einer Community und organisiert diese.” Damit einher geht eine Veränderung des verlegerischen Selbstverständnisse, fortan stehen nicht mehr die Inhalte, sondern die Kunden im Mittelpunkt. Ein Verlag 3.0 betreibt nicht einfach nur ein Autorenblog oder eine Community, vielmehr geht er durch starke Vernetzung ein nahezu “symbiotisches Verhältnis” mit seinen Kunden ein.

Gerade kleine Verlage, denen der klassische Vertriebsweg über den Handel oftmals Schwierigkeiten bereitet, würden davon profitieren, sei es durch Direktverkauf oder Direktwerbung für Produkte, die weiterhin im Buchhandel erworben werden können. Über das Internet lassen sich kleine Zielgruppen mit speziellen Interessen leichter erreichen als je zuvor. Auch traditionelle Verlage nutzen mittlerweile die Möglichkeiten des Web 2.0 im Marketing- und Vertriebsbereich. Beispiele hierfür sind etwa das Mangaforum des Carlsen-Verlags oder die Business-Communitys von Haufe. Es scheint also, dass das gedruckte Wort durch den Wandel der Medienlandschaft nicht an Bedeutung verliert, eher kristallisieren sich neue Chancen heraus, die helfen, den Stellenwert des klassischen Printmediums und der Verlage zu erhalten oder gar zu steigern.

Hier gefunden: Börsenblatt Online

Freie, Sehnsüchtige und Getriebene

29. Mai 2008 von hn

Mal wieder gibt es eine neue Studie zum Web 2.0, diesmal hat die zum Burda-Verlag gehörende Zeitschrift “Tomorrow” Web 2.0-Nutzergruppen typisiert und deren Nutzbarkeit für die Werbung untersucht. Herausgekommen sind dabei schüchterne und kontaktsuchende “Sehnsüchtige”, informationssuchende “Denker”, emotionale “Fühlende” sowie “Relaxte”, “Getriebene”, “Skeptiker” und “Ruhende”.

Eine besonders große Gruppe (ca. 8 Mio. von ca. 40. Mio deutschen Internetnutzern) stellen allerdings die “Freien” dar, diese gelten als konsum- und markenorientiert und sind aufgrund ihrer Multiplikatorstellung besonders spannend für Werbetreibende. Besonderes Kennzeichen dieser Gruppe ist, dass sie vorwiegend auf Medienkonsum außerhalb des Internets verzichtet und insofern wenig liest oder TV-Programme konsumiert - für Werbung erreichbar ist diese Gruppe also fast ausschließlich online.

So weit, so gut - aber wo bleiben denn eigentlich die “Frustrierten”, die “Digitalen Exhibitionisten” oder die “Unfreien”?

Hier gefunden: tripple.net