Einträge mit dem Tag ‘Medienwandel’

DAX 30 Unternehmen und Facebook, Twitter & Co.

7. Dezember 2009 von mah

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Louisa Flocke von der Fachhochschule Mainz zeigen, dass rund drei Viertel der DAX 30 -Unternehmen mittlerweile im Netz twittern und knapp zwei Drittel auf Youtube vertreten sind. Facebook hingegen wird nur von der Hälfte eingesetzt. Nur 30% der größten deutschen Aktienunternehmen zeigen sich in der Blogosphäre mit einem Auftritt. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, wie unterschiedlich die Einsätze der großen DAX Unternehmen im Web 2.0 sind. Manche Unternehmen seien gar nicht vertreten, andere hingegen wie BMW, VW und Daimler sind auf Facebook, Youtube und Twitter präsent und führen außerdem firmeneigene Blogs.

Von einer Verweigerungshaltung hinsichtlich des Social Web rät Wirtschaftsprofessor Lothar Rolke jedoch ab. Einserseits bestünde die Gefahr, dass andere den Markennamen in Fake-Accounts nutzen. Andererseits sieht er die Vorteile von Web 2.0-Plattformen für die Markenbildung.

Die große Chance für Unternehmen durch die Nutzung von Social Media ist, dass sie sich ein Gesicht geben, sich “entanonymisieren” und “vermenschlichen”. Außerdem kann sich die Produkt-Qualität steigern und ein Mehrwert für den Konsumenten enstehen, wenn die Unternehmen auf Ideen, Kommentaren und Anregungen der User eingehen.

Klare Social Media-Strategien seien laut Rolke und Flocke noch nicht erkennbar. Erfolge gibt es dennoch: So zum Beispiele die YouTube Channel: Adidas (adidasOriginals2009) und Siemens (siemensanswers) oder den Lufthansa Twitter Account.

Hier für Sie gefunden: The Strategy Web

Über die Zukunft von Social Media

6. November 2009 von mah

Die Zukunft von Social Media wird derzeit in einigen Studien und Beiträgen ins Visier genommen.  Die Welt Online veröffentlicht einen Beitrag, der im Wesentlichen auf den Ergebnissen auf einer Studie von Forrester Research basiert. Zentrale Ergebnisse sind: die Online-Identitäten werden netzwerkübergreifend verschmelzen, die Stellung der in Communities eingebetteten Verbraucher gegenüber Marketing und Industrie wird mächtiger und die Social Media-Nutzung immer stärker auf das mobile Internet verlagert.

Das Ergebnis einer Studie von TNS-Emnid: “Klassische Medien punkten in der Informationsgesellschaft 2.0 – noch!”. Viele Medienhäuser könnten ihre Vertrauenswürdigkeit auf ihre Netzaktivitäten übertragen. Allerdings ist der Vertrauensvorschuss auf Medienmarken bei Älteren (50+) stark vorhanden, nur ein Drittel der Jüngern (14-29 Jährige) vertraut klassischen Medien mehr als Internet-Angeboten.

Hier gefunden:  Welt online, PR-Journal

re:publica 09

6. April 2009 von mah

Statt einer ausführlichen Nachlese zu einer Konferenz, die an unterschiedlichen Stellen bereits vollzogen wurde, anbei ein paar subjektiv ausgewählte Erkenntnisse:

  • “Shift happens” - Das Motto der re:publica wird in vielen Bereichen deutlich. Immer mehr Menschen wird klar, dass sich Kommunikation und Mediennutzung verändern (deutlich wird dies nicht zuletzt über den Andrang auf der Konferenz und an der Masse der Beiträge über die Konferenz).  Allerdings weiß noch kaum jemand, wie man mit dieser Erkenntnis umgehen soll. Don Dahlmann drückt das treffend aus:  “Niemand negiert, dass der Wandel da ist, aber keiner weiß, was man mit ihm anfangen soll.”
  • Politik 2.0: Politik und vor allem der Wahlkampf ist immer ein Thema, bei dem man nicht an den USA vorbeikommt. Deshalb hat dieser Themenkomplex auf der Konferenz auch einen großen Teil eingenommen. Interessant: Obamas Online-Aktivitäten waren gar nicht 2.0, sondern 1.5, nämlich relativ kontrolliert (in Anlehnung an Lilleker/Jackson). Das Internet wurde in erster Linie genutzt, um Wählerstimmen zu gewinnen.  Spenden sammeln war nur ein Unterziel. Damit das funktionierte, gab es für jede Online-Aktivität ein Offline-Pendant (z.B. Nachbarschaftstreffen, Gespräche). In der Öffentlichkeitsarbeit standen klassische Medien im Mittelpunkt, nicht Social Media. In einem Interview mit der taz formuliert Obama-Wahlkampfberaterin Mary C. Joyce ihren Standpunkt folgendermaßen: “Das Internet ist ein Instrument, kein Ziel an sich.”
  • Medizin 2.0: Auch im Bereich Medizin und Gesundheitsversorgung tut sich einiges. Mehr Transparenz in der Auswahl der Ärzte ermöglichen Ärztebewertungsportale. Ein sehr detaillierter Austausch über Symptome und Medikationen findet in Patientencommunities statt. Bleibt die spannenden Frage: Wie stark werden auch in Deutschland in Zukunft Entscheidungen über die Wahl des Arztes, Behandlungsformen und Medikationen von solchen Austauschplattformen beeinflusst? Also unabhängig von Apothekern und den Ärzten selbst.

Googlen statt Lernen

5. Dezember 2008 von hn

Auswendiglernen? Zeitverschwendung im Zeitalter von Google, Wikipedia & Co. Das meint zumindest Don Tapscott, Autor des Bestsellers “Wikinomics“. Nicht stures lernen, sondern der kreative Umgang mit Informationen aus dem Netz müsse heute im Vordergrund stehen, denn: “Lehrer sind nicht mehr die Quelle allen Wissens, sondern das Internet”, so Tapscott. Ausgestattet mit einem Grundwissen sei es für heutige Jugendliche kein Problem mehr, die restlichen Fakten zu googlen.

Mit seiner These stößt Tapscott natürlich auf Widerstand, der Präsident des deutschen Lehrerverbands Josef Kraus etwa gibt zu bedenken: “Wer nicht mitreden kann, weil er vorher erst alles downloaden muss, ist verführbar für jede Propaganda und Lüge, die ihm aufgetischt wird”. Seiner Ansicht nach ist man ohne ein erlerntes Grundwissen weder kommunikationsfähig noch politisch mündig. Auch für Fremdsprachen sei Auswendiglernen weiterhin enorm wichtig.

Dem entgegnet Tapscott, dass die heutigen Unterrichtsmethoden für das Industriezeitalter konzipiert wurden und inzwischen überholt seien. Im Gegensatz zu Kraus geht er davon aus, dass “Gehirnvorgänge der jungen Leute heute anders als jene der Elterngeneration ablaufen” und ebenso dazu geeignet sind, kritische Denkweisen zu entwickeln.

Obgleich Kraus konstatiert, dass es “auch in Zukunft nicht ohne Buch” geht, orientieren sich mittlerweile viele Schulen an alternativen Lehr- und Lernmethoden und verzichten beispielsweise auf Frontalunterricht zugunsten von Gruppenarbeit. Welche Seite sich in der Debatte durchsetzt bleibt abzuwarten, notwendig ist eine Diskussion über modernes Lernverhalten und den Umgang mit neuen Medien allemal.

Hier gefunden: computerwoche.de

“The AvaStar” erloschen

25. November 2008 von hg

Springers Boulevardblatt für die virtuelle Welt “Second Life” ist im Oktober 2008 zum letzten Mal erschienen. Rund zwei Jahre dauerte das Experiment im Metaversum an. In dieser Zeit will die betreuende Redaktion bei “Bild.de” faszinierende und gewinnbringende Erfahrungen im Umgang mit nutzergenerierten Inhalten gesammelt haben und deswegen auch weiterhin ein wohlwollendes Auge auf die Entwicklungen in virtuellen Welten haben.
Da in der realen Welt Serverspeicher und Datenverkehr auch reales Geld kosten, ist es wohl nur eine Frage der Zeit bis die Webseiten des “AvaStar” in deutsch und englisch im digitalen und realen Orkus landen. Wer bisher noch keine Gelegenheit zum Reinschauen hatte, kann sich mit den besten Themen des Jahres 2008 einen Eindruck verschaffen.

Hier gefunden: horizont.net, kress.de

Bürgermeisterblog - jetzt auch in Saalfelden

13. November 2008 von hg

Glückliches Land Salzburg. Mit dem Saalfeldener Bürgermeister ist der erste Gemeindevorsteher dieses österreichischen Bundeslandes in der Welt 2.0 angekommen. Das beschert ihm dann auch mit “derbuergermeister.at” noch eine eingängige und leicht zu merkende Internetadresse. So trägt er den veränderten Kommunikationsbedürfnissen, gerade von Jungwählern, Rechnung und stellt neben seinem politischen Profil auch seinen beruflichen Werdegang, seine privaten Interessen und Hobbys vor. So können seine Wähler auch online den Menschen hinter dem Amt wahrnehmen. Zugleich bietet sich die Gelegenheit, regelmäßig aktuelle Ereignisse und Themen aus der Gemeinde zu kommentieren. Der Chef schreibt selbst und erzeugt so Transparenz und Authentizität.

Hier gefunden: salzburg.com

Vom Wert der Medienkompetenz

7. November 2008 von hg

Auf dem diesjährigen Web 2.0-Gipfel in San Francisco waren sich die Experten einig, dass die gewaltige Menge an nutzergenerierten Inhalten ein zweischneidiges Schwert darstellt. Zwar lässt sich gerade die Suche nach speziellem Fachwissen erfolgreicher gestalten, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, die Übersicht im Wust redundanter und überflüssiger Informationen zu verlieren, nicht zu vernachlässigen. Medienkompetenz ist der Schlüssel, sich nicht im Datendschungel zu verirren, und sollte schon frühzeitig gefördert werden. Nur so lässt sich die Seriosität von Quellen bewerten. So bleibt die Gestaltung von intelligenten Informationsfiltern eine der wichtigsten Aufgaben in der Weiterentwicklung von Web 2.0-Technologien.

Hier gefunden: Yahoo! Nachrichten, Vnunet.com

Rumgemeckel?

21. Oktober 2008 von ak

Aufhänger des Gastbeitrages von Miriam Meckel auf faz.net ist der Entwurf zum zwölften Rundfunkänderungsstaatsvertrag. So wenig dieses Wort in eine Zeile zu passen scheint und so sperrig die Materie ist, so wenig nimmt sie ein Blatt vor den Mund und schreibt gar von einem Regelwerk, das zwar Beweiskraft hat, aber nicht zukunftsweisend sei, schon gar nicht was das Nebeneinander von öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Medien im Internet anbetrifft.

Da wäre zum einen die Feststellung: “Wer nicht im Netz ist, der ist nicht mehr.” Heißt das, dass ARD und ZDF unbeschränkt expandieren sollen? Sie verneint das. In der separaten Betrachtung von Rundfunk, Print und Internet sieht Meckel den Anachronismus, denn alles scheint sich auf eine Plattform - das Internet - aufzubauen. Zum anderen gibt es ihrer Meinung nach keine Gründe mehr für die Sonderbehandlung des Rundfunks, viel mehr braucht die deutsche Medienlandschaft eine “grundsätzliche Neudefinition der Markt- und Vielfaltsdimensionen”. Der so genannte “digitale Marshallplan”, den Meckel skizziert, soll die Rahmenbedingungen für die Transformation des deutschen Mediensystems in die Netzwelt setzen.

Hier gefunden: faz.net | Zum Blog von Miriam Meckel

Ein Blogger ist ein Blogger ist ein … Journalist?

2. September 2008 von hg

Der wachsenden Bedeutung des Bürgerjournalismus in den USA hat die Demokratische Partei bei ihrem Nominierungsparteitag in Denver Tribut gezollt. Mit 120 offiziell akkreditierten Bloggern hat sich deren Zahl im Vergleich zu 2004 verdreifacht, auch wenn sie sich zu den 15.000 Journalisten klassischer Medien verschwindend gering ausnimmt. Außer acht gelassen werden darf diese Zielgruppe aber nicht, da der US-Wahlkampf auch im Internet mit zunehmendem Aufwand geführt wird.

Die akkreditierten Blogger sehen ihren Vorteil darin, frecher und direkter zu sein. Sie belegen Nischenthemen, die von etablierten Medien nicht abgedeckt werden. Eine weitere Vermutung für den Terraingewinn ist eine Aufpasserfunktion gegenüber den klassischen Medien, die z.B. im Irakkrieg nicht genügend Distanz zur Regierungspropaganda aufbauen konnten.

Andere Beobachter sehen die journalistische Funktion der Blogger kritischer. Sie bezweifeln, dass sie originäre Nachrichten erzeugen und sehen sie in einschränkender Abhängigkeit von den großen Mediennetzwerken und -konzernen, die ihre Korrespondenten und Reporter dahin schicken können, wo Nachrichten passieren und die genügend Ressourcen für das Sammeln und Auswerten von Daten und Fakten haben.

Hier gefunden: medianet.at, The Associated Press

 

Das gedruckte Wort - ein analoges Relikt?

29. Mai 2008 von hn

Vor nicht allzu langer Zeit waren noch viele der Meinung, dass klassische Printmedien wie Zeitungen oder Bücher durch die Konkurrenz des Internets vom Aussterben bedroht seien. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass gedruckte Medien weit weniger gefährdet sind als vermutet. Eher scheint das Gegenteil einzutreten, vielen, vor allem kleineren Verlagen, erwachsen durch das Internet neue Vertriebschancen.

Auch ein Begriff für die neue Verlagswelt im Netz scheint schon zu existieren: E. Heinold schlägt dafür den Begriff “Verlag 3.0″ vor. Nach seiner Kategorisierung bezeichnet der Verlag 1.0 den klassischen Printverlag, während der Begriff Verlag 2.0 einen Verlag kennzeichnet, der crossmediale Informationen verbreitet und nicht ausschließlich auf Printmedien setzt. Ein Verlag 3.0 dagegen tritt nicht mehr ausschließlich als Content-Provider, also Vermittler von Inhalten auf, sondern “steht im Zentrum einer Community und organisiert diese.” Damit einher geht eine Veränderung des verlegerischen Selbstverständnisse, fortan stehen nicht mehr die Inhalte, sondern die Kunden im Mittelpunkt. Ein Verlag 3.0 betreibt nicht einfach nur ein Autorenblog oder eine Community, vielmehr geht er durch starke Vernetzung ein nahezu “symbiotisches Verhältnis” mit seinen Kunden ein.

Gerade kleine Verlage, denen der klassische Vertriebsweg über den Handel oftmals Schwierigkeiten bereitet, würden davon profitieren, sei es durch Direktverkauf oder Direktwerbung für Produkte, die weiterhin im Buchhandel erworben werden können. Über das Internet lassen sich kleine Zielgruppen mit speziellen Interessen leichter erreichen als je zuvor. Auch traditionelle Verlage nutzen mittlerweile die Möglichkeiten des Web 2.0 im Marketing- und Vertriebsbereich. Beispiele hierfür sind etwa das Mangaforum des Carlsen-Verlags oder die Business-Communitys von Haufe. Es scheint also, dass das gedruckte Wort durch den Wandel der Medienlandschaft nicht an Bedeutung verliert, eher kristallisieren sich neue Chancen heraus, die helfen, den Stellenwert des klassischen Printmediums und der Verlage zu erhalten oder gar zu steigern.

Hier gefunden: Börsenblatt Online