Einträge mit dem Tag ‘Medienlandschaft’

Titanic 2.0

19. Dezember 2008 von ak

Wenn Kollegen mitschnipseln, dann landet gern einmal ein Link im Postkasten unserer Redaktion, der zum Weiterleiten einlädt. Die Vorstellung des neuen Titanic-Chefredakteurs, Leo Fischer, wird zum geistreichen Ausblick auf 2009 gesamt,  aber auch - und das ist wirklich lesenswert - zum Ausblick auf das Titanic-Konzept “Satire 2.0″.

Das Satire-Magazin will mit dem Konzept nicht nur “weg vom Internet, weg von den jungen Leuten und weg von den gesellschaftlichen Problemen” - es erwartet von seinen Lesern, “wenn sie überleben wollen”, dass sie sich vom “tumben Konsumenten zum tumben Mitproduzenten aufwerten”, was auch ganz einfach ist:

“Unsere Artikel können nun mit Nutzerkommentaren versehen und zwischen Lesern ausgetauscht werden - alles, was sie dazu brauchen, sind ein Kuli und eine Schere.”

Hier gefunden: Spiegel Online und bitte weiterleiten…

Ein Blogger ist ein Blogger ist ein … Journalist?

2. September 2008 von hg

Der wachsenden Bedeutung des Bürgerjournalismus in den USA hat die Demokratische Partei bei ihrem Nominierungsparteitag in Denver Tribut gezollt. Mit 120 offiziell akkreditierten Bloggern hat sich deren Zahl im Vergleich zu 2004 verdreifacht, auch wenn sie sich zu den 15.000 Journalisten klassischer Medien verschwindend gering ausnimmt. Außer acht gelassen werden darf diese Zielgruppe aber nicht, da der US-Wahlkampf auch im Internet mit zunehmendem Aufwand geführt wird.

Die akkreditierten Blogger sehen ihren Vorteil darin, frecher und direkter zu sein. Sie belegen Nischenthemen, die von etablierten Medien nicht abgedeckt werden. Eine weitere Vermutung für den Terraingewinn ist eine Aufpasserfunktion gegenüber den klassischen Medien, die z.B. im Irakkrieg nicht genügend Distanz zur Regierungspropaganda aufbauen konnten.

Andere Beobachter sehen die journalistische Funktion der Blogger kritischer. Sie bezweifeln, dass sie originäre Nachrichten erzeugen und sehen sie in einschränkender Abhängigkeit von den großen Mediennetzwerken und -konzernen, die ihre Korrespondenten und Reporter dahin schicken können, wo Nachrichten passieren und die genügend Ressourcen für das Sammeln und Auswerten von Daten und Fakten haben.

Hier gefunden: medianet.at, The Associated Press

 

Bloggen ohne zu Tippen

2. Juli 2008 von hg

Schreibfaule müssen nicht mehr auf die Segnungen des Web 2.0 verzichten und können alles, was sie der Welt zu sagen haben, über Mitmachradios wie 1000Mikes in Umlauf bringen. Über das Telefon bestücken die Nutzer dieser Live-Audio-Dienste ihre Radiokanäle unabhängig von Ort und Zeit. Die Vorbilder stammen, wie so oft, aus den USA. BlogTalkRadio, seit August 2006 auf Sendung, beschallt das Internet mit den Sendungen von rund 5000 aktiven Radiomachern. Der Reiz dieser Anwendung liegt in der Spontaneität und Authentizität der ohne Tonstudio und nicht immer sauber produzierten Beiträge. Auch für die Betreiber von 1000Mikes soll sich irgendwann der Aufwand lohnen. Dann soll sich der Dienst über Audiowerbung refinanzieren, die die Moderatoren auf freiwilliger Basis selber in ihre Beiträge einbauen. Daraus resultierende Einnahmen werden geteilt.

Hier gefunden: ZDF heute

Das gedruckte Wort - ein analoges Relikt?

29. Mai 2008 von hn

Vor nicht allzu langer Zeit waren noch viele der Meinung, dass klassische Printmedien wie Zeitungen oder Bücher durch die Konkurrenz des Internets vom Aussterben bedroht seien. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass gedruckte Medien weit weniger gefährdet sind als vermutet. Eher scheint das Gegenteil einzutreten, vielen, vor allem kleineren Verlagen, erwachsen durch das Internet neue Vertriebschancen.

Auch ein Begriff für die neue Verlagswelt im Netz scheint schon zu existieren: E. Heinold schlägt dafür den Begriff “Verlag 3.0″ vor. Nach seiner Kategorisierung bezeichnet der Verlag 1.0 den klassischen Printverlag, während der Begriff Verlag 2.0 einen Verlag kennzeichnet, der crossmediale Informationen verbreitet und nicht ausschließlich auf Printmedien setzt. Ein Verlag 3.0 dagegen tritt nicht mehr ausschließlich als Content-Provider, also Vermittler von Inhalten auf, sondern “steht im Zentrum einer Community und organisiert diese.” Damit einher geht eine Veränderung des verlegerischen Selbstverständnisse, fortan stehen nicht mehr die Inhalte, sondern die Kunden im Mittelpunkt. Ein Verlag 3.0 betreibt nicht einfach nur ein Autorenblog oder eine Community, vielmehr geht er durch starke Vernetzung ein nahezu “symbiotisches Verhältnis” mit seinen Kunden ein.

Gerade kleine Verlage, denen der klassische Vertriebsweg über den Handel oftmals Schwierigkeiten bereitet, würden davon profitieren, sei es durch Direktverkauf oder Direktwerbung für Produkte, die weiterhin im Buchhandel erworben werden können. Über das Internet lassen sich kleine Zielgruppen mit speziellen Interessen leichter erreichen als je zuvor. Auch traditionelle Verlage nutzen mittlerweile die Möglichkeiten des Web 2.0 im Marketing- und Vertriebsbereich. Beispiele hierfür sind etwa das Mangaforum des Carlsen-Verlags oder die Business-Communitys von Haufe. Es scheint also, dass das gedruckte Wort durch den Wandel der Medienlandschaft nicht an Bedeutung verliert, eher kristallisieren sich neue Chancen heraus, die helfen, den Stellenwert des klassischen Printmediums und der Verlage zu erhalten oder gar zu steigern.

Hier gefunden: Börsenblatt Online

News für “Medienmacher”

21. Februar 2008 von ak

“Dass Vertreter der Medienbranche eitel sind, ist kein Geheimnis. Inzwischen lässt sich mit dieser Tatsache offenbar Geld verdienen.” In der Financial Times Deutschland porträtiert Jennifer Lachmann Online-Medien-Dienste für die Zielgruppe “Medienmacher”. Sie bedient sich sogleich bei der Bezeichnung der Zielgruppe dieser Dienste des Slogans von Peter Turi für sein “TURI2 - für Medienmacher“, der mit seinem Online-Dienst in zumindest unmittelbarer Nachbarschaft der deutschsprachigen Blogosphäre, wenn nicht gar ein Teil davon ist. Wenn man Turi glauben will, dann schreibt der Dienst schwarze Zahlen. Thomas Lückerath, Chefredakteur des Medienmagazins DWDL.de, kündigt das baldige Erreichen der Gewinnschwelle an.

Die interviewten Chefredakteure der etablierten Print-Branchendienste wie “Kress”, “Horizont” und “Werben & Verkaufen” verweisen darauf, dass sie im Gegensatz zur Online-Konkurrenz “breiter aufgestellt” sind und auch Themen aus der Werbe- und Marketingbranche anbieten.

Hier gefunden: FTD.de

Die Zeitung und das Netz

29. November 2007 von mah

“Online first” ist das Motto der Springer-Zeitungen Welt, Welt am Sonntag (WamS) und Berliner Morgenpost, so Chefredakteur von Welt.de und WamS, Christoph Keese in einem ausführliche Interview. Das war nicht immer so. Keese spricht über den Veränderungsprozess innerhalb der Redaktion und die “Zurufkultur” im Newsroom, in dem Print- und Onlineredakteure unabhängig von den Formaten zusammenarbeiten. Weiterhin analysiert er die Wettbewerbssituation zwischen Print und Online, nutzergeneriertem und journalistischem Content.

Hier gefunden: WerbeWoche