“Herding” entschlüsselt
18. November 2008 von akHerdenähnliches Verhalten in sozialen Systemen können wir ab jetzt ganz getrost “Herding” nennen. Riley Crane, Wissenschaftler an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, hält auch den Schlüssel dafür in der Hand. Denn er hat in den vergangenen zwei Jahren die Zuschauerzahlen von fünf Millionen Videos auf YouTube beobachtet. Ins mathematische Modell wanderten jedoch nur diejenigen Videos, welche die größte Aufmerksamkeit auf sich zogen, das heißt mindestens 100 Mal am Tag angesehen wurden. Das sind etwa zehn Prozent. Drei Klassen von Videos kristallisierten sich heraus:
1. “Junk”:
unverhoffte Aufmerksamkeitsgenerierung, schnelles Desinteresse, kein Herdentrieb auslösend;
2. “Viral”:
finden epedemienhaft Verbreitung - auch über Medienbrüche hinweg - in Form von Empfehlungen (Mund-zu-Mund) via Mail, Blogs u. ä. und das über weite soziale Netzwerke hinweg;
3. “Qualität”:
sind den viralen Videos in den Punkten Schnelligkeit des Popularitätsanstiegs und anhaltende Aufmerksamkeit überlegen.
Das soziophysische Modell ist eine Kurvendiskussion. Das Abebben der Aufmerksamkeit bei viralen Videos lässt sich mit Modellen von Nachbeben bei Erdbeben beschreiben. Charakteristische Kurven müssen es aber schon sein.
Hier gefunden: Computerwoche, ETH Zürich
