re:publica 09
6. April 2009 von mahStatt einer ausführlichen Nachlese zu einer Konferenz, die an unterschiedlichen Stellen bereits vollzogen wurde, anbei ein paar subjektiv ausgewählte Erkenntnisse:
- “Shift happens” - Das Motto der re:publica wird in vielen Bereichen deutlich. Immer mehr Menschen wird klar, dass sich Kommunikation und Mediennutzung verändern (deutlich wird dies nicht zuletzt über den Andrang auf der Konferenz und an der Masse der Beiträge über die Konferenz). Allerdings weiß noch kaum jemand, wie man mit dieser Erkenntnis umgehen soll. Don Dahlmann drückt das treffend aus: “Niemand negiert, dass der Wandel da ist, aber keiner weiß, was man mit ihm anfangen soll.”
- Politik 2.0: Politik und vor allem der Wahlkampf ist immer ein Thema, bei dem man nicht an den USA vorbeikommt. Deshalb hat dieser Themenkomplex auf der Konferenz auch einen großen Teil eingenommen. Interessant: Obamas Online-Aktivitäten waren gar nicht 2.0, sondern 1.5, nämlich relativ kontrolliert (in Anlehnung an Lilleker/Jackson). Das Internet wurde in erster Linie genutzt, um Wählerstimmen zu gewinnen. Spenden sammeln war nur ein Unterziel. Damit das funktionierte, gab es für jede Online-Aktivität ein Offline-Pendant (z.B. Nachbarschaftstreffen, Gespräche). In der Öffentlichkeitsarbeit standen klassische Medien im Mittelpunkt, nicht Social Media. In einem Interview mit der taz formuliert Obama-Wahlkampfberaterin Mary C. Joyce ihren Standpunkt folgendermaßen: “Das Internet ist ein Instrument, kein Ziel an sich.”
- Medizin 2.0: Auch im Bereich Medizin und Gesundheitsversorgung tut sich einiges. Mehr Transparenz in der Auswahl der Ärzte ermöglichen Ärztebewertungsportale. Ein sehr detaillierter Austausch über Symptome und Medikationen findet in Patientencommunities statt. Bleibt die spannenden Frage: Wie stark werden auch in Deutschland in Zukunft Entscheidungen über die Wahl des Arztes, Behandlungsformen und Medikationen von solchen Austauschplattformen beeinflusst? Also unabhängig von Apothekern und den Ärzten selbst.
