Einträge mit dem Tag ‘Jugendliche’

Magersüchtigen-Blog indiziert

23. Januar 2009 von ak

Junge Mädchen, die ihr Gewicht weit unter fünfzig Kilogramm, im Netztagebuch mit zwei Stellen nach dem Komma genau angeben, und ihr Nahrungsaufnahme gegen Null trainieren, sind keine Einzelfälle. Im Netz kursierende “Glaubensbekenntnisse” und Hungeranleitungen haben die Aufmerksamkeit einer deutschen Behörde erregt. Das Blog eines magersüchtigen Mädchens wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) auf den Index gesetzt.

Das ist ein Präzedenzfall: Erstmals indiziert die BPjM ein privates Blog. Außerdem heißt es wohl in der Begründung der Prüfstelle, dass das “Pro-Ana”-Blog zwar kein Medium im klassischen Sinne sei, aber dies als Ausdrucksform der Krankheit Magersucht verstanden werden kann. Damit haben sie zwar ihre Zuständigkeit erklärt, aber nicht ihr weiteres Vorgehen.

Andere “Pro-Anorexie”-Blogs reagieren mit einem Disclaimer auf ihrer Startseite.

Hier gefunden: Golem.de, Rivva

Web 2.0 als Waffe

17. Juni 2008 von hg

In Los Angeles muss ein Gericht klären, ob Social-Media-Anwendungen so manipuliert und missbraucht werden können, dass Menschen im schlimmsten Fall durch Cyber-Mobbing in den Selbstmord getrieben werden können. Der Vorwurf an die 49-jährige Angeklagte lautet, ein 13-jähriges Mädchen, das sich mit ihrer Tochter verkracht hat, so emotional zerstört zu haben, dass diese im Freitod den letzten Ausweg gesehen hat. Die Zutaten scheinen simpel: Ein Teenager in der Pubertät, Detailkenntnisse der persönlichen Hintergründe und Rachsucht. Über ein MySpace-Profil bauen die Angeklagte und ihre Helfer einen virtuellen jungen Mann auf, charmant und wohlerzogen, der zunächst das Vertrauen des Opfers und seiner Familie gewinnt, um dann das Selbstwertgefühl des Mädchens systematisch mit Beleidigungen, Anklagen sowie Demütigungen zu zertrümmern.

Der Prozess wird in den USA aufmerksam und kritisch beobachtet, denn bislang gibt es keine Rechtsgrundlage, auf deren Basis jemand wegen online kommunizierter Grausamkeit verurteilt werden kann. Gleichzeit gehören Beschimpfungen und gezielte Verleumdungen zum Alltag in sozialen Netzwerken. Im beschriebenen Fall versucht nun die Staatsanwaltschaft auf dem Umweg einer überraschenden Auslegung des Gesetzes gegen Computerbetrug, die Angeklagte für den Tod des Teenagers haftbar zu machen. So lautet ein Anklagepunkt, gegen die Benutzungsbedingungen von MySpace verstoßen zu haben, die zum Beispiel die Angabe richtiger Namen und Daten zur Person verlangen.

Hier gefunden: Spiegel Online, derstandard.at

Computer statt Stereoanlage

3. Juni 2008 von mah

Nein, Print ist nicht tot - auch nicht das Fernsehen. Auch wenn einige Medien titeln “Das Internet verdrängt traditionelle Medien bei Jugendlichen”, so ist damit nicht gemeint, dass sie “traditionelle Medien” nicht mehr nutzen. Lediglich die CD wird immer stärker von Musik im MP 3-Format abgelöst.

Die Langzeitstudie “Medienkonvergenz Monitoring” der Universität Leipzig stellt fest, dass Jugendliche immer stärker Online-Videos konsumieren. 92 Prozent aller Befragten haben sich schon mal ein Video auf Youtube oder anderen Plattformen angesehen, 40 Prozent tun dies regelmäßig. Ebenfalls 40 Prozent haben sogar schon eigene Videos online gestellt. Was schauen sich die Jugendlichen denn an? Zwei Drittel derjenigen, die sich für Musik interessieren suchen nach Musikvideos, jeder zweite Filminteressierte schaut sich Online-Videos zu Filmen an.

Hier gefunden: absatzwirtschaft online

Null Bock auf Blogs

22. Mai 2008 von hg

Kinder scheinen wenig Interesse an Blogs und virtuellen Welten wie “Second Life” zu haben. Lieber bleiben sie im Web 2.0 unter sich und pflegen dort den Kontakt zu ihrem realen Freundeskreis. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut iconkids & youth in einer im Auftrag von SUPER RTL erstellten Studie.

Als Alternative zu Blogs und sozialen Netzen schauen sich die befragten Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis vierzehn Jahren lieber Videos an. Dabei gibt es signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede. Mädchen bevorzugen vornehmlich Star-Videos und harmlose Clips. Jungen begeistern sich für Pannenvideos auf Kosten anderer. Beide Gruppen sind jedoch weniger daran interessiert, sich selbst darzustellen, weil die Furcht vor der Blamage überwiegt.

Hier gefunden: medienhandbuch.de

Digitale Schülerstreiche

30. April 2008 von hn

Sie sind Lehrer und wundern sich, dass sie plötzlich Star in einem Internet-Porno sind, der schon tausendfach angeschaut wurde? Oder sie erhalten ständig ominöse Anrufe und E-Mails von Unbekannten, die sich gerne mit ihnen treffen würden? Dann könnten Sie Opfer von Cyberbullying geworden sein…

Noch nie gehört? Hilfe bietet jetzt die vom Verbund Europäisches Schulnetz gelaunchte Website teachtoday.eu, die Lehrern und Lehrerinnen im digitalen Zeitalter Fragen zum Umgang mit Internet, Handy & Co. beantworten soll. Auf der Seite können Lehrerinnen und Lehrer erfahren, was technisch alles möglich ist, um ihnen übel mitzuspielen. Die Möglichkeiten reichen dabei von fiesen Kurzfilmchen über frei erfundene Profile auf Datingplattformen bis hin zu gefälschten SMS. Zusätzlich bietet teachtoday.eu aber auch Unterrichtskonzepte, die auf bestimmte Altersklassen zugeschnitten sind, und ein Glossar mit Begriffen zum Web 2.0 an. Also, liebe Lehrerinnen und Lehrer schaut euch an, wie Schülerstreiche heutzutage funktionieren.

Hier gefunden: golem.de, derstandard.at,

MySpace-Soap

24. April 2008 von mah

In Berlin wird gerade eine 20teilige Web-TV-Serie mit dem Titel „They Call us Candy Girls“ gedreht. Der Inhalt ist knapp zusammengefasst: „vier Girls und deren Leben zwischen Dancefloor, Beziehungen, Liebe, Lügen und Großstadtszene“. Auftraggeber ist die Community-Plattform MySpace, bei der ab dem 19. Mai zweimal pro Woche eine neue Episode erscheinen wird. Hintergrund: Das internationale, aber stark US-fokussierte Netzwerk möchte auch in Deutschland Marktführer werden und setzt dabei unter anderem auf diese Form der Ansprache der überwiegend jugendlichen Zielgruppe. Registrierte Nutzer können die Serie kommentieren und sich mit den Darstellerinnen vernetzen.

Hier gefunden: Der Tagesspiegel online

Für Kinder ohne Netz und doppelten Boden

4. April 2008 von hg

Millionen Kinder und Jugendlicher in Großbritannien nutzen Social-Media-Angebote, die eigentlich für Erwachsene bestimmt sind. Das geht aus einem Bericht der britischen Medienaufsichtsbehörde Office of Communications (Ofcom) hervor. Die Medienwächter sehen die Verantwortung sowohl in der unzureichenden Praxis der Alterskontrolle durch die Website-Betreiber aber auch in dem fehlenden Risikobewusstsein bei den Eltern.

Hier gefunden: derstandard.at, computerwoche.de

 

Gruscheln und Co. anstelle der Hausaufgaben

5. März 2008 von hg

Besorgte Eltern erhalten nun die Bestätigung durch eine vom britischen Medienrechtspezialisten Wiggin beauftragten Studie. Die Ergebnisse zeigen, dass britische Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 ihr Zeitbudget zu Gunsten der Nutzung sozialer Netzwerke und zu Lasten der Hausaufgaben und des TV-Konsums umschichten.

Schlechte Nachrichten haben die Verfasser der Studie auch für das werbefinanzierte Fernsehen. Die wachsende Verbreitung digitaler Videoaufzeichnung über das Internet oder mit Hilfe eines Festplattenrekorders führt zum Überspringen der Werbeblöcke.

Hier gefunden: derStandard.at, guardian.co.uk

Wie informiert man Jugendliche?

27. Februar 2008 von mah

Auf der europäischen Konferenz Youth Information 2.0 tauschen sich aktuell Fachleute darüber aus, wie man Wikis, Weblogs und Podcasts für Informationsdienste nutzen kann, die sich an Jugendliche richten. Veranstalter sind das Bundesjugendministerium sowie die Europäische Kommission. Ergebnisse der Konferenz lassen sich auf der Homepage und dem Conference Blog verfolgen.

Hier gefunden: lehrer-online

Nachrichten für Junge

19. Februar 2008 von mah

Der Holtzbrinck-Verlag startet mit dem Nachrichtenangebot zoomer.de ein Nachrichtenangebot für 14-35 Jährige - ein “Nachrichtenportal für die Generation SchülerVZ und StudiVZ”, so Spiegel Online. Herausgeber und auch Teil der etwa 40köpfigen Redaktion ist der ehemalige Moderator der Tagesthemen Ulrich Wickert.

Das Konzept ermöglicht den Nutzern Partizipation und Personalisierung. Sie können Artikel bewerten und kommentieren sowie persönliche Nachrichtenangebote zusammenstellen. Spiegel Online betrachtet das Nachrichtenportal noch mit Skepsis - Kritikpunkte sind Qualität, Aufmachung und Aktualisierungstakt. Aber: “Vielleicht muss die Redaktion erst Tritt fassen. Vielleicht muss sie selbst erst einmal herausfinden, was ihre Zielgruppe wirklich will und mitzumachen bereit ist”.

Hier gefunden: Netzeitung, Spiegel Online