Magersüchtigen-Blog indiziert
23. Januar 2009 von akJunge Mädchen, die ihr Gewicht weit unter fünfzig Kilogramm, im Netztagebuch mit zwei Stellen nach dem Komma genau angeben, und ihr Nahrungsaufnahme gegen Null trainieren, sind keine Einzelfälle. Im Netz kursierende “Glaubensbekenntnisse” und Hungeranleitungen haben die Aufmerksamkeit einer deutschen Behörde erregt. Das Blog eines magersüchtigen Mädchens wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) auf den Index gesetzt.
Das ist ein Präzedenzfall: Erstmals indiziert die BPjM ein privates Blog. Außerdem heißt es wohl in der Begründung der Prüfstelle, dass das “Pro-Ana”-Blog zwar kein Medium im klassischen Sinne sei, aber dies als Ausdrucksform der Krankheit Magersucht verstanden werden kann. Damit haben sie zwar ihre Zuständigkeit erklärt, aber nicht ihr weiteres Vorgehen.
Andere “Pro-Anorexie”-Blogs reagieren mit einem Disclaimer auf ihrer Startseite.
