Nach der Fashion Week ist ja bekanntlich vor der Fashion Week. Zeit also für ein Resümee, denn es gilt das Augenmerk auf ein Phänomen zu richten, das lange mit milder Belustigung, wenn nicht gar Häme betrachtet wurde: Die Fashionblogs!
Im Rahmen der diesjährigen Fashion Week luden vier der bekanntesten Fashionbloggerinnen Deutschlands namens, Mary (quite contrary), Mahret (f&art), Jessie und Julia (Les Mads) am 4. Juli zum Treffen der Fashionblog-Elite im Berliner Yam Yam. Kongenialer Titel der Veranstaltung: Aus der Umkleide in die Frontrow, der das Phänomen Fashionblogs pointiert beschreibt. Dazu muss der geneigte Leser wissen, dass es unter den Modebloggerinnen üblich ist, Fotos von sich selbst in der Umkleidekabine bei z.b. Zara oder H&M oder anderen üblichen Verdächtigen zu schießen und Online zu stellen, um ihren Leserinnen die neuesten Trends vorzustellen. Gerne wird hier der Leser, in einer Mischung aus Eitelkeit und Verunsicherung, direkt angesprochen und gefragt, welches der Kleidchen, die mit in die Umkleidekabine durften, denn nun gekauft werden soll.
Wer aber sind diese Fashionblogger, was motiviert sie, sich so persönlich und gleich mit Foto vor Hunderten von Lesern zu präsentieren und wie gehen sie mit, manchmal bitterbösen, Kommentaren um? Was machen sie sonst noch, und wie kann man damit Geld verdienen? Fragen, die gar nicht so leicht zu beantworten sind. Nun muss man wissen: Eins eint die Fashionbloggerinnen und das ist selbstredend die Leidenschaft zur Mode. Sie fotografieren, recherchieren, verlinken und kommunizieren über Mode doch ein paar von ihnen bauen Stück für Stück ein kleines Unternehmen auf. Die vier Organisatorinnen des Fashionbloggertreffens haben genau dies zweifelsohne geschafft. Und hier erschließt sich auch der zunächst vielleicht kryptisch anmutende Titel des Treffens, denn die Erfolgreichen unter den BlogerInnen haben es geschafft und werden reglmäßig in die begehrte Frontrow der Fashionshows - in der sich bis dato elitäres Publikum, wie die allmächtige Anna Wintour (US Vogue) oder angesagte Schauspielerinnen oder Musikerinnen tummelten - geladen. Auch die Designer haben die Macht und Wirkkraft der Modeblogs erkannt: Wenn Jessie und Julia Labels wie Acne, Kaviar Gauche oder auch Elie Saab zu ihren Lieblingen küren, darf man sicher sein, dass die Zielgruppe direkt erreicht wird und sich die Leserinnen nach den beschriebenen It-Teilen verzehren. Wird ein Designer dagegen von den Fashionbloggerinnen verrissen, so kann dies zu nicht zu unterschätzenden Problemen für das Image des Labels führen.
LesMads gehört zu den erfolgreichsten und professionellsten deutschen Modeblogs, was insofern aber auch nicht verwunderlich ist, weil hinter Les Mads Burda und das Glam-Netzwerk stehen. Julia Knolle, eine der mittlerweile drei Autorinnen bei Les Mads, war bis vor kurzem auch Chefredakteurin des deutschen Glam-Angebots. Last but not least sollten nicht unerwähnt bleiben jene BloggerInnen, wie z.b. Judith (What`s wrong with the zoo), Tessa (flannel apparel), Frank (I Heart Berlin), Lea (Lealoves) oder Lisa (LaLila), die aus ihren Talenten Leistungen machen, ohne sich dabei zu verbiegen.
Wer nun Lust bekommen hat, einen Ausflug in die Welt der Fashionblogs zu unternehmen, der sollte hier mal reinschauen:
- LES MADS www.lesmads.de: Jessie, Julia und Schnati informieren seit zwei Jahren über Mode und Lifestyle. Breites Themenspektrum mit Nachrichtencharakter.
- Stylebubble www.stylebubble.co.uk Susie Bubble aus London wurde von der Teen Vogue zur besten Bloggerin gewählt. Sehr junge aber schön designte, abwechslungsreiche Seite.
- The Satorialist www.thesatorialist.com Der New Yorker Scott Schuman ist der bekannteste Mode-Blogger, seine Seite existiert seit 2005.