Einträge mit dem Tag ‘Abmahnungen’

Lustigste Internetabmahnung 2010

25. Januar 2010 von ks

2010 ist noch ganz jung und schon ist die Komsa AG heißester Anwärter auf Platz 1 der lustigsten Internetabmahnungen des Jahres.  Die Komsa AG hat ein hübsches, sehr einprägsames Logo: Neun grüne Pfeile zu einem Quadrat formiert weisen nach oben rechts. Nun entdeckte eine schockierte Komsa-Mitarbeiterin als sie im Web unterwegs war das Firmenlogo auf fremden Seiten. Flugs wurden also Abmahnungen wegen unerlaubter Nutzung des Logos verschickt. Der Vorwurf: “Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.” Die Betroffenen wurden aufgefordert das Komsa-Logo von ihren Seiten zu entfernen und Auskunft über die Gründe für die Verwendung zu geben. Skurillerweise aber hatten die Betroffenen noch nie von der Komsa AG gehört geschweige denn das Logo verwendet. In seinem Blog berichtet Karsten Windfelder, der ebenfalls eine Abmahnung von Komsa erhielt, wie es nun überhaupt zu den Anschuldigungen kommen konnte.

Die Auflösung ist dabei so absurd, dass man sich unweigerlich an die Geschichten rund um die berühmten Schildbürger erinnert fühlt: Im Firmennetz der Komsa AG blendet ein Ad-Blocker Werbung auf fremden Web-Seiten aus und ersetzt diese automatisch durch das Firmenlogo. Daher sahen Mitarbeiter überall im Web das Pfeilchenlogo.

Hier für Sie gefunden: Spiegel Online

Freunde zu verkaufen

23. November 2009 von hn

Facebook wird ja bekannterweise gerne mal verklagt, wie erst jüngst geschehen, als sich Facebook einer Klage wegen Verschwörung gegenübersah. Jetzt hat das Soziale Netzwerk den Spiess mal umgedreht und das Unternehmen uSocial abgemahnt. Dieses hatte Facebook-Nutzern, die aus eigener Kraft nicht genügend Freunde finden konnten, über seine Website Facebook-Freunde in Tausenderpaketen zum Kauf angeboten. Der Preis begann bei 177 US-Dollar, wegen Beschränkungen durch Facebook waren mehr als 5.000 Freunde allerdings nicht möglich. Zudem verkauft das Unternehmen auch Fans. Nachdem uSocial nun von Facebook abgemahnt wurde, hat man den Freundesverkauf vorübergehend eingestellt, Fans werden aber weiterhin angeboten.

uSocial bewegt sich nach eigener Ansicht im gesetzlichen Rahmen und will den Dienst nicht einstellen. Facebook sieht dies allerdings anders und wirft dem Unternehmen vor, mehrere Gesetze zu übertreten und illegal auf die Seite zuzugreifen.

Übrigens: uSocial bietet auch Twitter-Follower und YouTube-Views zum Verkauf an, ebenso wie gekaufte Popularität für Bookmarking-Dienste wie Digg oder del.icio.us. Wer online also sozial verarmt wirkt, könnte jetzt noch zugreifen - allerdings hat Freunde-Kaufen ja noch nie so richtig geklappt.

Hier gefunden: ZDNet

Der virtuelle Pranger

11. September 2009 von hn

Einige Unternehmen haben bereits schlechte Erfahrungen mit Abmahnungen an Blogger gemacht, der Lerneffekt auf Unternehmensseite scheint dabei aber eher gering zu sein. Das neueste PR-Desaster betrifft den Sportartikelhersteller Jako. Über dessen neues Logo äußerte sich Frank Baade in seinem Blog “Trainer Baade” auf ironische Art und Weise, was Jako wiederum gar nicht gefiel.

Die Anwälte des Unternehmens schickten Baade daraufhin eine Unterlassungserklärung und eine Kostennote über ca. 1.100 Euro. Baade trat mit dem Unternehmen in Kontakt, handelte eine Summe von 400 Euro aus, unterschrieb die Unterlassungserklärung und löschte den Beitrag. Hätte man die Sache an dieser Stelle auf sich beruhen lassen, wäre wohl kaum weitere Aufmerksamkeit erregt worden.

Allerdings ließ Jako die Sache nicht ruhen, ganz im Gegenteil. Die beanstandeten Zeilen tauchten nämlich beim eher unbekannten tschechischen Newsaggregator Newstin wieder auf, dieser hatte den Blogeintrag Baades ohne sein Wissen und Zutun aufgegriffen und wieder verfügbar gemacht. Die Anwälte Jakos reagierten schnell und forderten vom vermeintlichen Wiederholungstäter 5.100 Euro. Daraufhin wandte sich Baade an die Blogosphäre und Blog für Blog griff die Geschichte auf, mit dem Ergebnis, dass Jako binnen zwei Tagen zum Hassobjekt der Internet-Community wurde.

Der Druck auf Jako wuchs und es folgte der Gang nach Canossa: Das Unternehmen entschuldigte sich bei Baade mit den Worten man habe “überreagiert”, bleibt aber der Meinung, dass man sich “rechtlich nichts vorzuwerfen” habe. Auch ein Fehlverhalten sieht man bei Jako weiterhin nicht. Immerhin eine Einsicht bleibt: “Wir würden uns sicher nicht mehr so verhalten, sondern von vorneherein das Gespräch suchen, um eine gütliche Lösung zu finden.”,  so Unternehmenssprecher Röschl. Was weiterhin bestehen bleibt sind die großen Rechtsunsicherheiten für Blogger.

Hier gefunden: stimme.de, horizont.net

Deutsche Bahn im Abmahnwahn

4. Februar 2009 von hn

Die Deutsche Bahn, zur Zeit ohnehin im Mittelpunkt öffentlicher Kritik, geht nun gegen den Berliner Blogger Markus Beckedahl vor. Beckedahl ist Betreiber des mehrfach ausgezeichneten Blogs Netzpolitik.org und hatte am vergangenen Samstag ein internes Memo der Bahn veröffentlicht, das Informationen zur Rasterfahndung innerhalb des Unternehmens enthält. Wohl um weitere negative PR zu vermeiden hat die Deutsche Bahn darauf am gestrigen Dienstag mit einer Abmahnung gegen Beckedahl reagiert.

Dummerweise ging der Schuss nach hinten los, denn Beckedahl ersuchte via Twitter um Hilfe. Viele Leser seiner Tweets reagierten prompt und verbreiteten das zu löschende Memo. In kürzester Zeit waren unzählige Blogger und Twitterer darauf angesprungen, der deutsche Branchendienst Horizont berichtete und auch von den Grünen und der FDP sollen Hilfsangebote für Beckedahl eingegangen sein.

Wie die Chancen des Bloggers bei einem Rechtsstreit stehen ist derzeit unklar. Nach Einschätzung von Ralf Geppert, Justiziar bei der WAZ-Gruppe, ist zumindest die Begründung der Abmahnung fragwürdig. Beckedahl selber will nach eigener Aussage “nun erstmal abwarten wie sich die Sache entwickelt.” Seine erste Reaktion auf die Abmahnung war jedenfalls, diese ebenfalls sofort auf seinem Blog zu veröffentlichen, denn “so wird die Geschichte transparent.” Fest steht, dass die ganze Geschichte ohne die Abmahnung der Bahn wohl kaum Wellen geschlagen hätte, Beckedahl selber  verdeutlicht dies durch folgende Aussage: “Ich war zunächst enttäuscht, dass im Internet kaum jemand auf das Memo reagiert hat. Durch die Abmahnung hat sich das schlagartig geändert.” Sieht also nach einem klassischen Eigentor der Deutschen Bahn aus…

Hier gefunden: derwesten.de, come-on.de

Facebook kann’s nicht lassen…

22. April 2008 von hn

Immer wieder gerät Facebook in die Kritik von Usern und Datenschützern. Nachdem vor einiger Zeit bekannt wurde, dass Facebook das Internet-Verhalten von angemeldeten Usern mithilfe eines “Beacon” genannten Systems speicherte, sieht sich das soziale Netzwerk erneut Kritik gegenüber. Einige Blogger haben herausgefunden, dass Facebook via Google Adwords Werbung mit Klarnamen von Usern schaltete. Inzwischen hat Facebook diese Form der Werbung zwar eingestellt, aber noch keine Stellung zu dem Vorgehen bezogen. Ob es Facebook tröstet, mit Datenschutzverletzungen nicht alleine dazustehen? Auch StudiVZ wurde vor kurzem von der Verbraucherzentrale Bundesverband wegen rechtswidrigen Umgangs mit persönlichen Daten abgemahnt.

Hier gefunden: netzeitung.de

Die Kunst, Freunde zu gewinnen

4. April 2008 von hg

Blogger sind meist eine eingeschworene Gemeinschaft, vor allem dann, wenn einer der Ihrigen einem Goliath gegenübersteht. Diese Erfahrung macht gerade die Deutsche Telekom AG, die ihre Rechtsabteilung mobilisiert hat, dem amerikanischen Technikblog „engadget mobile“ vom Gebrauch der Farbe Magenta abzuraten. Seit das US-Blog das Anschreiben der Telekom-Juristen im Internet veröffentlicht hat, wird der Bonner Konzern massiv in der Szene kritisiert. Aus Solidarität haben auch zahlreiche andere amerikanische Blogger für einen Tag ihre Seiten mit magentaähnlichen Farben versehen.

Hier gefunden: wiwo.de, netzeitung.de, netzwelt.de

Die Tauschbörsenüberwacher

20. März 2008 von hn

Dass illegale Downloads teuer werden können, ist wohl jedem Tauschbörsennutzer bekannt. Unbekannt war bislang jedoch, welche Titel bevorzugt überwacht werden. Dies hat sich nun geändert, die Anwaltskanzlei Wilde und Beuger hat eine Liste der am meisten überwachten Titel veröffentlicht und gleich dazu folgenden freundlichen Hinweis gegeben: “Wenn Sie in der letzten Zeit einige der nachfolgenden Werke getauscht haben, dann rufen Sie uns an. Eine vorbeugende Unterlassungserklärung kann Ihnen dann vielleicht viel Ärger und Kosten ersparen.”

Auf dieser Liste finden sich erstaunliche Dinge wie beispielsweise „Achtermann Sportbootführerschein + Fischereiprüfung v.1.4 (PC-Lernsoftware), ansonsten überraschend viele Literaturtitel oder Popmusik. Bleibt also eigentlich nur eine Frage offen: Wer sind die Menschen, die tatsächlich Bücher am PC lesen, hier hält sich das Lesevergnügen doch eher in Grenzen, oder? Und der Preis eines Ausdrucks von mehreren hundert Seiten dürfte wohl dem eines gebunden Werkes sehr nahe kommen …

Hier gefunden: Hannoversche Allgemeine, Fuldaer Zeitung, Oberhessische Presse Marburg, Peiner Allgemeine Zeitung

Abmahnung für Hamburger FDP

19. Februar 2008 von mah

Für eine Aktion zur Bekannmachung eines Wahlwerbespots wurde die Hamburger FDP abgemahnt. Hintergrund: Mit Verweis auf “virales Marketing” machte die beauftragte Werbeagentur via E-Mail und in Blog-Kommentaren auf den Spot aufmerksam. Blogger sahen sich als Spam-Opfer und bekamen Recht.

Hier gefunden: Heise Online

Kommentarprüfung vor Veröffentlichung

11. Dezember 2007 von mah

Blogger und Forenbetreiber sind verpflichtet, Kommentare vor ihrer Veröffentlichung auf ihre Rechtskonformität zu überprüfen. Dies besagt ein Urteil des Landgerichts Hamburg gegen den Journalisten und Blogger Stefan Niggemeier. Dieser kündigte bereits an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Blogger und Journalisten schlagen sich auf seine Seite und sehen die Meinungsfreiheit und den Bestand der Diskussionskultur in Blogs und Foren gefährdet, würde dieser Rechtsspruch flächendeckend gelten. Die FDP sieht in dem Urteil eine Gefährdung der Meinungs- und Pressefreiheit. Spiegel Online beschäftigt sich sogleich ausführlich mit dem Thema Haftung für publizierte Inhalte und Internet-Recht. Und die Süddeutsche Zeitung schränkt schon mal vorsorglich ihre Kommentarmöglichkeiten auf die Bürozeiten ein.

Eine ausführliche Stellungnahme Niggemeiers findet sich hier.

Hier gefunden: PC Welt

Rechtsprüfung für Kommentare?

4. Dezember 2007 von mah

Das Landgericht Hamburg stellt sich in einem laufenden Verfahren auf den Standpunkt, dass Kommentare in Blogs und Foren vor ihrer Veröffentlichung geprüft werden müssen. Im Prozess gegen Bild-Blogger Stefan Niggemeier geht es um einen beleidigenden Kommentar, der wenige Stunden nach Erscheinen gelöscht wurde. Nicht ausreichend, befindet das Gericht. Das endgültige Urteil soll noch in dieser Woche verkündet werden.

Hier gefunden: PC-Welt