Archiv für die ‘PR’ Kategorie

2. Social Media Measurement Summit in Berlin

3. März 2010 von hn

Gestern fand im Berliner Newthinking Store der zweite Social Media Measurement Summit der AG Social Media statt. Etwa 50 Vertreter aus verschieden Bereichen (Verbände, Vermarkter, Agenturen, Produzenten etc.) diskutierten über geeignete Ansätze zur Entwicklung eines Kataloges von Social Media-Kennzahlen und Erhebungsmethoden. Spezifische Kennzahlen für Social Media sollen dazu dienen, die Potenziale von Social Media realistisch einzuschätzen und zu verargumentieren.

Panel- und webseitenbasierte Ansätze in Kombination mit inhaltsbezogenem Monitoring ergeben einen leistungsfähigen Methodenmix, der die Erhebung von Social Media-Kennzahlen ermöglicht. Eine Arbeitsgruppe, wird sich ab sofort  mit der Ausarbeitung der Messgrößendefinition und der Methodenentwicklung beschäftigen.

Momentan arbeiten unterschiedliche Unternehmen und Verbände an eigenen Lösungen. Ziel der AG Social Media - zu deren Gründungsmitgliedern Ausschnitt Medienbeobachtung gehört - ist es, eine gemeinsame Entwicklung voranzutreiben, um Standards zu etablieren und Synergieeffekte zu nutzen. “Social Media sind heute ein fester Bestandteil von PR und Publizistik. Solide und allgemein akzeptierte Kennzahlen sind die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Dazu wollen wir mit der AG Social Media unseren Beitrag leisten, indem wir auch die Bedürfnisse der Marktpartner vertreten, die normalerweise nicht in den Branchengremien verteten sind”, so Jörg Blumtritt, Vorsitzender der AG Social Media.

In Kurzvorträgen wurden drei unterschiedliche Ansätze präsentiert. Dirk Lämmerhirt von The Nielsen Company stellte an konkreten Beispielen Kennzahlen vor, die Nielsen durch Panelforschung erstellt. Oliver Pischke, Geschäftsführer der Spring GmbH & Co. KG (als Dienstleister u.a. für die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung tätig), stellte eine zum Panelansatz komplementäre Methode vor, bei der Content automatisch mit einem eindeutigen Tag gekennzeichnet wird, über das dann die Aufrufe getrackt werden können.

Anna-Maria Zahn, Unitleiterin Leistungswerte/Marktforschung beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), stellte eine geplante Studie des Verbandes vor. Diese soll die spezifische Wirkung von Werbung auf und in Social Media untersuchen. Betrachtet werden neben der Beschreibung des Users auch spezifische Größen für Consumption (Nutzung), Contribution (Aktivität) und Sharing (Inhaltsdistribution).

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Maren Heltsche, Consultant Medien-Analyse bei Ausschnitt Medienbeobachtung, Mitglied im Arbeitskreis Wertschöpfung der DPRG und Vorstandsmitglied der AG Social Media, vertrat insbesondere die Anliegen der PR-Branche, deren Anforderungen in der Erfolgsmessung teilweise anders gelagert sind als im klassischen Marketing. Social Media-Measurement steht ebenso wie die PR-Branche, der Problematik  gegenüber, immaterielle Wertzuwächse in  glaubwürdigen Kennzahlen abzubilden. “Wir sollten nicht versuchen, das Rad neu zu erfinden: die Kennzahlen, die wir suchen, sollen auch Orientierung an Altbekanntem geben, um das Neue greifbar zu machen.”

siehe auch hier: Internet World Business, Communicationcontrolling.de

Der virtuelle Pranger

11. September 2009 von hn

Einige Unternehmen haben bereits schlechte Erfahrungen mit Abmahnungen an Blogger gemacht, der Lerneffekt auf Unternehmensseite scheint dabei aber eher gering zu sein. Das neueste PR-Desaster betrifft den Sportartikelhersteller Jako. Über dessen neues Logo äußerte sich Frank Baade in seinem Blog “Trainer Baade” auf ironische Art und Weise, was Jako wiederum gar nicht gefiel.

Die Anwälte des Unternehmens schickten Baade daraufhin eine Unterlassungserklärung und eine Kostennote über ca. 1.100 Euro. Baade trat mit dem Unternehmen in Kontakt, handelte eine Summe von 400 Euro aus, unterschrieb die Unterlassungserklärung und löschte den Beitrag. Hätte man die Sache an dieser Stelle auf sich beruhen lassen, wäre wohl kaum weitere Aufmerksamkeit erregt worden.

Allerdings ließ Jako die Sache nicht ruhen, ganz im Gegenteil. Die beanstandeten Zeilen tauchten nämlich beim eher unbekannten tschechischen Newsaggregator Newstin wieder auf, dieser hatte den Blogeintrag Baades ohne sein Wissen und Zutun aufgegriffen und wieder verfügbar gemacht. Die Anwälte Jakos reagierten schnell und forderten vom vermeintlichen Wiederholungstäter 5.100 Euro. Daraufhin wandte sich Baade an die Blogosphäre und Blog für Blog griff die Geschichte auf, mit dem Ergebnis, dass Jako binnen zwei Tagen zum Hassobjekt der Internet-Community wurde.

Der Druck auf Jako wuchs und es folgte der Gang nach Canossa: Das Unternehmen entschuldigte sich bei Baade mit den Worten man habe “überreagiert”, bleibt aber der Meinung, dass man sich “rechtlich nichts vorzuwerfen” habe. Auch ein Fehlverhalten sieht man bei Jako weiterhin nicht. Immerhin eine Einsicht bleibt: “Wir würden uns sicher nicht mehr so verhalten, sondern von vorneherein das Gespräch suchen, um eine gütliche Lösung zu finden.”,  so Unternehmenssprecher Röschl. Was weiterhin bestehen bleibt sind die großen Rechtsunsicherheiten für Blogger.

Hier gefunden: stimme.de, horizont.net

Neuigkeiten aus Twitterland (2)

28. Juli 2009 von ak

An erster Stelle wäre da die Ankündigung eines Buchs: Tim O’Reilly und Sarah Milstein haben “The Twitter Book” vorgelegt.  Ende August ist es für schlappe 19 Euro auch hier und auf Deutsch erhältlich. Beschrieben wird Twitter als asymmetrisches Kommunikationsmodell, gefolgt (followed) wird dem Twitterer, der interessante Tweets zu bieten hat.

Zweitens bekommt Twitter eine neue Startseite. Biz Stone, Twitter-Mitbegründer, will das Zwitscherangebot weniger verwirrend und informativer gestalten: “Wir müssen besser zeigen, wer wir sind”. Alles in allem soll Einsteigern das Einsteigen erleichtert werden.

Dritter Punkt: Spam findet sich überall im Netz, natürlich auch auf Twitter-Planet. Deswegen gilt mittlerweile folgende Formel als angemessen: “Folge nicht denjenigen, die Dir folgen.” Prüfe, wem Du folgst, so wie im Offline-Leben eben auch.

Schlussnote: Seit es die Twittercharts von popkulturjunkie gibt (seit April 2008 und damals hatte Sascha Lobo noch 765 Follower, heute sind es 16.186), sind wir immerhin gewarnt, hinter welchem prominenten Twitter-Account ein Fake stecken mag. Trotzdem ist die FAZ auf Harald Schmidts @BonitoTV alias Rob Vegas gefälschte Pressekonferenz via Twitter reingefallen. netzeitungmeedia und DWDL ziehen genüsslich drüber her.

Zitat falscher Harald Schmidt: “Lese gerade die FAZ und bin auf Seite 33. Vielen Dank für die Berichterstattung zur gestrigen Twitter-PK. Grüße !”

FAZ korrigiert sich, den Abonnenten vorbehalten. In medias res?

Kriegsgezwitscher

5. Juni 2009 von hn

Nachdem die US-Army bereits einen YouTube-Ableger für ihre Truppen gestartet hat, berichten nun die Streitkräfte per Twitter-Feed von Kampfhandlungen aus Afghanistan. In einem Eintrag heißt es: “Bringing the mission in Afghanistan directly to the people thru Twitter, Facebook and YouTube; watch vids, see pics, post ur comms.” Die Absicht dahinter: Die US-Army befürchtet, im “Propaganda-Krieg” ohne zeitgemäße eigene PR-Maßnahmen gegenüber der islamistischen Propaganda zurückzufallen und ihr kampflos das Feld überlassen zu müssen.

Nach eigenen Angaben wollen die Streitkräfte aber nicht nur Informationen liefern, sondern auch in einen Dialog mit Menschen aus aller Welt treten. Ob dies gelingen kann erscheint eher zweifelhaft, schaut man sich die Posts auf Twitter an, ist ein Informationsmehrwert oder gar ein Dialog nur schwer zu erkennen. Die Meldungen sind doch alle sehr ähnlich: Verhaftungen hier, Anschläge dort, Kampfhandlungen und Tote überall… Im Prinzip also das, was bei kriegerischen Auseinandersetzungen zu erwarten ist.

Hier gefunden: business-und-it.de, crn.de

Die Bahn machte mobil

29. Mai 2009 von hn

Die Skandale und Skandälchen bei der Deutschen Bahn scheinen sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln. Nach der Affäre um die Bespitzelung von Mitarbeitern steht schon wieder der nächste Ärger ins Haus: Die Bahn soll 2007 während des Tarifkonflikts mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL und in der Diskussion um den Börsengang Millionensummen ausgegeben haben, um ihr Image aufzupolieren. So weit, so legitim. Allerdings wurde dieses Geld ohne Wissen der eigentlichen PR-Abteilung der Bahn investiert und ist in vorproduzierte Medien-, Blog- und Forenbeiträge sowie Leserbriefe und gefälschte Meinungsumfragen geflossen.

Aufgedeckt wurde das ganz vom lobbykritischen Verein LobbyControl, dessen Vorstand Ulrich Müller sich folgendermaßen zum Vorgehen der Bahn äußert: „Hier wurde offensichtlich versucht, die Öffentlichkeit und die politische Debatte dadurch zu beeinflussen, dass vermeintlich unabhängige Dritte im Sinne der Bahn in die öffentliche Debatte eingriffen.“

Nach Angaben von LobbyControl flossen insgesamt 1,3 Millionen Euro von der Bahn an die Agentur „European Public Policy Advisers GmbH“ (EPPA). Diese wiederum beauftragte nach Angaben der Bahn den Verein “berlinpolis” mit konkreten PR-Maßnahmen woraufhin berlinpolis im Oktober 2007 in der Hochphase der Bahnstreiks eine Umfrage veröffentlichte, “nach der 55 Prozent der Bundesbürger gegen den Streik der Lokführer waren. Als Basis wurde eine repräsentative Forsa-Umfrage genannt.” Ein zusätzliches pikantes Detail: Laut LobbyControl soll auch Verkehrsminister Tiefensee in Aktivitäten von berlinpolis eingebunden gewesen sein, unter anderem durch ein Vorwort zu einer berlinpolis-Publikation. Nach eigenen Angaben sieht sich berlinpolis übrigens als “eine unabhängige und eigenverantwortliche Denkfabrik.”

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube wurde am 19. Mai von LobbyControl auf das Vorgehen aufmerksam gemacht und beauftragte einen Tag später die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit der Aufklärung des Vorfalls. Grube dazu: “Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar. Ich werde umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen, um auch hier den zugesagten Neubeginn in der Unternehmenskultur zu dokumentieren.” Erste Konsequenz: Ralf Klein-Bölting, seit 2004 als Generalbevollmächtiger Konzernmarketing und Kommunikation bei der Deutschen Bahn tätig, muss wohl seinen Hut nehmen.

Übrigens: Die Bahn ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das versucht, gezielt die öffentliche Meinung zu manipulieren. Fast alle deutschen Forenbeitreiber klagen immer wieder über Versuche von Unternehmen, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Die Bahn befindet sich also in bester Gesellschaft…

Hier gefunden: morgenpost.de, horizont.net, meedia.de

Sperren oder löschen?

25. Mai 2009 von hn

Der Streit um eine Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischem Inhalt schwelt unvermindert weiter, die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern scheinen sich zu verhärten. Vergangene Woche ergab eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Kinderhilfe, dass sich 92% der Bundesbürger für eine Sperrung aussprechen. Jetzt hat der Verein Mogis (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren) eine eigene Umfrage in Auftrag gegeben. Mogis geht es nicht um die Frage, ob Kinderpornographie bekämpft werden soll, sondern wie dies wirksam geschehen kann. Um dies zu erreichen sei laut Mogis eine Löschung und nicht nur eine Sperrung, die von versierten Nutzern leicht umgangen werden kann, notwendig.

Die Mogis-Umfrage kommt ebenfalls auf einen Wert von 92%, allerdings sprechen sich hier die Befragten für eine Löschung und strafrechtliche Verfolgung aus, nicht für eine Sperrung. Der Hintergrund: Die beiden Umfragen enthielten andere Antwortmöglichkeiten, bei der Umfrage der Deutschen Kinderhilfe tauchte die Möglichkeit einer Löschung gar nicht erst auf, sie enthielt nur die Alternativen “sperren” und “nicht sperren.” Die Umfrage von Mogis enthielt drei Alternativen: Sperren, löschen oder freier Zugang.

Das Gute an der Auseinandersetzung: Im Grundsatz, Kinderpornographie zu bekämpfen, sind sich alle einig, nicht jedoch in der Wahl der Mittel. Anstatt gemeinsam zu arbeiten, überbieten sich die Streitparteien nun mit Vorwürfen. Im Aufruf der Kinderhilfe heißt es: “Es darf kein Grundrecht auf Verbreitung kinderpornographischer Seiten geben”, was aber an der Kernfrage vorbeigeht. In der Petition gegen eine Sperrung heißt es: “Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.”

Auch innerhalb der Regierungsfraktionen geht die Auseinandersetzung weiter, und nicht nur dort… “Auf der Tagesordnung stehen außerdem das BKA, der Bund Deutscher Kriminalbeamter, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, die Branchenverband BITKOM, der Bundesgerichtshof, das Max-Planck-Institut, Rechtsanwälte, Psychiater und Medienwissenschaftler.” Das Vorhaben von Ursula von der Leyen hat zumindest eine Diskussion angeregt, die in dieser Tiefe und Breite noch nicht geführt wurde, die Ergebnisse der Auseinandersetzung dürfen also mit Spannung erwartet werden.

Hier gefunden: morgenpost.de

Twitter: Gezwitscher der Sternchen

18. März 2009 von ks

Twitter ist überall: Nicht nur Otto Normalverbraucher nutzt den Microblogging-Dienst, auch die Stars und Sternchen haben Twitter für sich entdeckt. Wie nicht anders zu erwarten, mit teilweise mehr als grotesken Ergebnissen: So zwitscherte das skandalumwitterte Schauspielsternchen Lindsay Lohan als Reaktion auf die Nachricht, dass sie von der Polizeit gesucht wird, eine reichlich verwirrte Message in die Community. Der Wortlaut:

«Soll man es beenden, wenn die eine Person in der Welt es nicht schafft, dich in der Nacht vor dem Gefängnis zu lieben, zu halten/trösten, entschuldigen und AUFZUMUNTERN? LÜGNER SIND FEIGLINGE, weil sie nicht wissen, was sie haben, bis es längst vorbei ist. und leute - wenn ihr jemanden fucking liebt. VERGESST EUREN STOLZ UND LIEBT ZURÜCK! DJet nie, bevor ihr jemanden anruft, DER BALD FUCKING VERHAFTET WIRD, WEIL ER DIR HINTERHERGEFAHREN IST, UM DICH ZUM BLEIBEN ZU BEWEGEN»

Was Lindsay hier mitteilen möchte, lässt sich nur erahnen. Vermutlich geht es um einen weiteren Streit mit ihrer Freundin Samantha Ronson, der sie vergangene Woche mit dem Auto nach Las Vegas folgte, um die DJane auf einer Party zu überraschen. Crux an der Geschichte: Damit verstieß Lindsay gegen polizeiliche Auflagen, die ihr das Autofahren außerhalb des Arbeitswegs untersagten. Samantha kümmerte sich daraufhin wohl nicht genug um sie.

Soviel zu Lindsays Eskapaden. Eines aber zeigt der Fall: Twitter ermöglicht den Stars und Sternchen direkten und ungefilterten Kontakt zu ihren Fans (Followers im Twitter-Jargon) mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen. Der direkte Kontakt zu Fans ist zwar schon lange über Blogs möglich, Twitter aber ist wesentlich einfacher zu handeln und ermöglicht auch literarisch eher unbegabten Celebrities die 140 Zeilen mit mehr oder weniger sinnvollem Inhalt zu füllen. Zudem sehen die Stars wie viele Menschen ihren Gedanken folgen. Ein Egoboost, wenn man wie Britney Spears 417.800 Followers hat. Im Ranking der Top 100 der meist gelesenen Twitter-User belegt Britney derzeit Platz 3 direkt hinter Barack Obama. Noch vor wenigen Monaten waren die ersten zehn Plätze dieser Rangliste ausschließlich von Informatik-Nerds besetzt. Natürlich ist es auch bei Twitter nur schwer zu überrpüfen, ob die Nachrichten wirklich von den Promis selber stammen oder aber Teil eines PR-Auftritts sind. Im Fall von Lindsay dürfte aber sicher sein, dass hier kein PR-Profi dahinter steckt.
Ach ja, Lindsays Account bei Twitter wurde nach ihrem Ausbruch geschlossen.

Hier gefunden: 20min.ch

Ein Schelmenstück - getwittert

10. Dezember 2008 von hg

Anfang Dezember berichtet die Netzeitung über einen Tweet namens Suhrkamp, der zeige, was man im Web 2.0-Kosmos so alles falsch machen könne, ganz ohne Häme, versteht sich von selbst. Schließlich versuche sich hier ein altehrwürdiger Verlag an einem neuen Medium und das sei doch erstmal aller Ehre wert, auch wenn es noch so unbeholfen aussähe.

Das eigentliche Problem aber ist, dass alle Leser dieses Tweets nur dachten, dass der Suhrkamp Verlag Urheber dieser Informationen sei. Bloß war es eben nicht so. Mit ordentlich Schalk im Nacken und, nach eigenen Angaben, ohne böse Absicht postete Florian Siepert in der Rolle einer Mitarbeiterin der Presseabteilung des Verlags lustige bis bizarre Meldungen. Das Experiment zeigt, wie erschreckend unreflektiert Nachrichten im Web 2.0 wahrgenommen werden. Und so zeigt sich, wie groß die Gefahr für das Image eines Unternehmens oder auch für Individuen sein kann, durch missbräuchliche Verwendung ihrer Identität durch Dritte Schaden zu nehmen.

Mittlerweile ist der Suhrkamp-Tweet unter der Kontrolle des Verlags und bereits offline. Tanja Postpischil, leitende Öffentlichkeitsarbeiterin des Verlags, hält Twitter als PR-Kanal für denkbar, nur sähen die Tweets ganz sicher anders aus. Hoffentlich erzielt dann ein offizieller Suhrkamp-Tweet die gleiche Glaubwürdigkeit.

Hier gefunden: ftd.de

Betteln via Internet

8. Dezember 2008 von hn

Die schwer angeschlagenen US-Automobilkonzerne gehen einen neuen Weg, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und an Finanzhilfen des Staates zu gelangen. Ford, General Motors und Chrysler versuchen, mit Hilfe von Kampagnen in Social Networks und Blogs ihr Anliegen an den US-Senat möglichst schnell und reichweitenstark zu kommunizieren. Zusätzlich schalten sie eigene Webseiten wie beispielsweise TheFordStory.com, veröffentlichen Videos auf YouTube oder buchen Schlagworte bei Google AdWords.

Die nach Angaben der Branche kostengünstigen Kampagnen sollen nicht nur das Verständnis für Staatshilfen fördern, sie verfolgen auch breiter angelegte Ziele. Nach Angaben des Wall Street Journal versuche etwa General Motors seine Kunden und Vertragspartner dazu zu bewegen, sich mit dem Hinweis, dass der eigene Geschäftsbereich von einem Zusammenbruch stark betroffen sei, vor dem US-Kongress für die Automobilbranche einzusetzen.

Hier gefunden: medienhandbuch.de

Marketing in schwierigen Zeiten

26. November 2008 von hg

In der Krise sind kreative und weniger kostenintensive Ideen gefragt. Philip Kotler, allen etablierten und angehenden Marketingspezialisten aus ihrem Bücherregal bekannt, plädiert für Sparsamkeit, aber an der richtigen Stelle. Auf keinen Fall dürfen Marke und Kundenbindung leiden. Anstelle teurer Anzeigenkampagnen ist der Einsatz von PR-Maßnahmen mit dem Fokus auf soziale Medien eine Alternative. Hier lässt sich die Energie der Kunden nutzen, um einer Marke Schwung zu verleihen. Voraussetzung ist der Abschied von der üblicherweise praktizierten Einweg-Kommunikation. Marketingabteilungen müssen mit Produkt- und Markenbotschaften die Plattformen ihrer Zielgruppen finden. So eignen sich Spezialisten-Blogs durchaus für Vermarktung im Business-to-business-Bereich. Mundpropaganda durch Kunden, die sich eingebunden und ernst genommen fühlen, ist nicht zu unterschätzen. Deswegen sollten sich Unternehmen auch nicht scheuen, Konsumenten die kritische Auseinandersetzung mit dem Unternehmen und seinen Produkten zu erleichtern. So lässt sich Verbesserungspotenzial aufdecken und die Glaubwürdigkeit steigern. Virale Marketingansätze lassen sich schwer steuern. Umso wichtiger ist es, Transparenz über die Stimmungen und Meinungen zur Marke und den Produkten zu gewinnen. Die Zahlen der Firmen, die spezialisierte Dienstleister zum Meinungsmonitoring im Web einsetzen sind nach Kotlers Meinung noch viel zu gering.

Hier gefunden: ftd.de