Das Klassentreffen: re-publica 5.0

14. April 2011 von ak

Wir sind auf der re-publica mit vier Leuten vertreten. Mit Annina Luzie Schmid, meiner Kollegin im Social Media Research — dann mit Heiko Nehlsen (hn) aus der Medienresonanzanalyse und mit Maren Heltsche (mah) als AG-Social-Media-Frau und als Produktmanagerin Social Media, nicht zuletzt mir, Antje Köppen (ak), Produktentwicklung Online-Monitoring.


Bild: Sascha Lobo zur Trolltheorie

Der erste Tag des “Klassentreffens” hat sehr viel Spaß gemacht. An den Panels hat es nicht gelegen, es war tatsächlich die Wiedersehensfreude, der Beitrag von Sascha Lobo zur Trollforschung und soeben das Treffen mit den “Girls On Web Society”.

Deutsche Twitterer meckern über die Bahn, die Telekom und das iPhone

3. Januar 2011 von che

Das Social Web ist für seine ausgeprägt negative Kritik an Marken, Politikern und Stars bekannt – mit den Top 10 der deutschen Twitter-Fails veröffentlicht AUSSCHNITT  die Mecker-Charts 2010 des Micro-Blogging-Dienstes. Auf Platz 1 liegt das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21 dicht gefolgt vom Bauträger des Projekts der Deutschen Bahn. Der dritte Platz geht an die CDU.

Die Kritik an dem Bahnhofsprojekt reißt auch bis zum Jahresende 2010 nicht ab. Stärker als zuvor rücken die Hauptakteure aus Politik und Unternehmen – namentlich CDU und Deutsche Bahn – in den Fokus der Kritik. Ebenso im Fokus der Berichterstattung, das Schlichtungsverfahren mit dem Vermittler Heiner Geißler, das von Twitterern stark verfolgt wird. An der Spitze der im Zusammenhang mit Stuttgart 21 kritisierten Politiker steht der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, aber auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel wirkt sich die Debatte um das Bahnhofsprojekt negativ aus.

Aus Unternehmenssicht steht es bei den Twitter-Nutzern schlecht um den Ruf der Bahn und der deutschen Telekom. Ebenfalls häufig kritisiert – Apple. Zuletzt häuften sich Klagen über die Telefonleistung des iPhone 4 und die verspätete Auslieferung des Betriebssystems iOS 4.2. Und deshalb landet Apple auch gleich zweimal in den Top 10. Auf Platz 6 liegt das iPhone als am häufigsten kritisiertes Produkt 2010.

Am häufigsten meckern die Twitter-Nutzer insgesamt gesehen über Politik und Parteien, vier der zehn Plätze im Ranking fallen auf die Politik. Größte Kritikpunkte sind politische Entscheidungen und interne Machtkämpfe.

Überraschend, wenn auch nur auf Platz 9, hat es der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMSTV) in das Twitter-Fail-Ranking geschafft. Kern der Debatte war und ist die geplante Einführung einer Alterskennzeichnung von Inhalten im Internet. Die Kritik der Twitterer richtet sich u.a. gegen die Politik, namentlich v.a. Kurt Beck, und gegen die Medien. Letzteren werden mangelnde Berichterstattung und Vorverurteilung vorgeworfen. Vor allem nach dem Scheitern der Novellierung entflammt zum Jahresende erneut eine hitzige Diskussion um die Zukunft des JMSTV.

Das Wetter hat es nur knapp ins Ranking geschafft und liegt etwas abgeschlagen auf Platz 10.

Linktipp: Möglichkeiten und Chancen der Analyse von Social Media

13. Dezember 2010 von che

Heute gibt es mal einen Linktipp in eigener Sache: AUSSCHNITT veröffentlicht nämlich ein kostenloses Whitepaper zum Thema Social Media Analyse und macht damit ein Stück Experten-Wissen für Kommunikationsverantwortliche abrufbar. Das Paper ist unter www.ausschnitt.de/whitepaper verfügbar und informiert über Grundlagen, Probleme und Analyseformate. Der wesentliche Schwerpunkt der Arbeit ist dabei die soziale Netzwerkanalyse.

Viel Spaß beim Lesen. Ach und Weiterempfehlen ist natürlich erlaubt ;-)

5 Tipps für Ihr Social Media-Monitoring

25. November 2010 von che

Wer professionell kommuniziert, sollte auch die Ergebnisse nachhalten, bzw. Reaktionen und Dialoge mit verfolgen, um daraus Schlüsse für zukünftige Kommunikationsmaßnahmen ziehen zu können. Insbesondere im Bereich Social Media gibt es beim Monitoring eine Menge zu beachten. Wir haben ein paar Tipps zusammengefasst, die Ihnen den Weg zum eigenen Social Media Monitoring erleichtern sollen.

Probieren Sie kostenfreie Tools
Es gibt unzählige kostenfreie Tools zum Monitoring von Social Media-Inhalten, wie z.B. Social Mention (http://socialmention.com/), die außerdem auch schon manchmal kleine Auswertungen mitliefern. Diese Tools bieten einen guten Einstieg und einen ersten Eindruck. Und natürlich können Sie auch die Suchfunktionen der einzelnen Plattformen verwenden (z.B. Twittersearch). Das erfordert dann aber noch etwas mehr Zeit.

Überprüfen Sie die Quellenbasis und Erweiterungsmöglichkeiten
Keine Suchmaschinen und kein Monitoringtool durchsucht das gesamte Internet. Auch Social Media-Plattformen werden nur teilweise abgedeckt, Foren kaum. Überprüfen Sie, ob die für Sie relevanten Quellen in der angebotenen Suche enthalten sind oder, ob sie in einem separaten Prozess durchsucht werden müssen. Wichtig: Nur wenn Sie auch die Datenbasis ausweisen können, hat Ihr Monitoring oder Ihre Analyse entsprechende Aussagekraft.

Checken Sie Filter- und Kombinationsmöglichkeiten bei der Suche
Verknüpfungen und Ausschlüsse sind bei der Suche im Netz unerlässlich. Die bekanntesten Operatoren AND und OR sind schon sehr hilfreich. Aber ohne die Möglichkeit komplexer Suchketten z.B. (Oberbürgermeister Sauerland oder OB Sauerland) im Zusammenhang mit (Rücktritt, tritt zurück, zurücktreten, Abwahl) oder Wildcarts (z.B. *, !) zum Ersetzen von Buchstaben oder Wörtern kommt man häufig nicht weiter. Nicht alle Suchmaschinen und Monitoring-Tools bieten diese Möglichkeiten. Das führt häufig zu schlecht gefilterten Suchergebnissen oder sehr komplexen, fehleranfälligen Suchworteinrichtungen.

Überprüfen Sie die Qualität der Ergebnisse
Von der Quellenbasis und der Güte der Suche hängt die Qualität der Ergebnisse im Wesentlichen ab. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle: Wo wird gesucht (Überschrift und Haupttext der Meldung, nur im Feedinhalt, in den eingebetteten Hyperlinks)? Werden Spam-Seiten ausgeschlossen?  Von der Qualität der Daten hängt die Schnelligkeit der Weiterverarbeitung ab und die Qualität der anschließenden Auswertungen.

Welche Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung?
Social Media Monitoring und -Analyse ist zeitaufwändig und benötigt grundsätzliches IT-Verständnis und analytisches Vermögen.

Und ob Sie sich schließlich selbst an die Arbeit machen, oder einen Medienbeobachter beauftragen, hängt ganz von Ihrer Zeit und natürlich vom Budget ab.

#S21: Bahnhofsprojekt strahlt negativ auf CDU und Die Bahn ab

4. November 2010 von mah

Die Kritik an dem Bahnhofsprojekt reißt im Oktober nicht ab. Stärker als zuvor rücken aber die Hauptakteure aus Politik und Unternehmen – namentlich CDU und Deutsche Bahn – stärker in den Fokus der Kritik. Zu Beginn des Monats richteten sich die Vorwürfe insbesondere gegen die Politik, gegen Ende des Monats wird auch die Deutsche Bahn stärker negativ bewertet. Häufiger positive Kommentare erhält hingegen das Schlichtungsverfahren mit dem Vermittler Heiner Geißler, das von Twitterern stark verfolgt wird.

Die starke Kritik an der Bahn erfährt am Monatsende einen Zuwachs. Selbst in anderen Kontexten, z.B. hinsichtlich der Klage gegen das Busunternehmen „DeinBus“, wird der Bezug zu Stuttgart 21 hergestellt.

An der Spitze der kritisierten Politiker steht der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, aber auch auf Bundeskanzlerin Angela Merkel wirkt sich die Debatte um das Bahnhofsprojekt negativ aus.

Zur Methodik:

Twitter ist ein guter Spiegel für aufkommende und bestehende Krisen im Social Web. Gängige Kennzeichnung einer Unmutsäußerung ist das Internet-Meme „fail“, das kritische Tweets per Hashtag (#fail) kennzeichnet. Ausschnitt Medienbeobachtung filtert deutschsprachige Twitterbeiträge, die in dieser Art und Weise markiert sind und analysiert alle weiteren Hashtags, die in diesem Zusammenhang vorkommen.

#s21 #fail – Stuttgart 21 empört Twitternutzer mehr als alles andere

5. Oktober 2010 von mah

Twitter-User können sich aufregen und zwar richtig. Besonders laut ist der Protest gegen das Projekt Stuttgart 21.  Empörten sich die deutschen Twitternutzer bislang hauptsächlich über Die Bahn, Apple, die CDU und Fußball, brachte der Polizei-Einsatz vergangenen Donnerstag in Stuttgart auf Twitter das Fass zum überlaufen.

Schon länger gibt es auf Twitter eine kritische Diskussion über den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Größere Wellen des Widerstandes wurden in den vergangenen Wochen sichtbar. Das harte Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten führte allerdings Ende der letzten Woche zu extremer Entrüstung. Inhaltlich bewegte sich die Kritik zwischen Wut über das gewalttätige Vorgehen der Polizei, die fehlende Berichterstattung der Mainstream-Medien und der Besorgnis über die Freiheitswerte der demokratischen Grundordnung.

In diesem Zusammenhang steigt Immer stärker auch die Kritik an der Christlich Demokratischen Union (CDU) als politische Führungskraft des Landes Baden-Württemberg und der Bahn als Trägerin des Bauprojekts. Hier ist ernstes Krisenmanagement gefragt. Wie sich die Kritik auf die Politiker, die Partei und das Unternehmen auswirkt, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.

Zur Methodik:

Twitter ist ein guter Spiegel für aufkommende und bestehende Krisen im Social Web. Gängige Kennzeichnung einer Unmutsäußerung ist das Internet-Meme „fail“, das kritische Tweets per Hashtag (#fail) kennzeichnet. Ausschnitt Medienbeobachtung filtert deutschsprachige Twitterbeiträge, die in dieser Art und Weise markiert sind und analysiert alle weiteren Hashtags, die in diesem Zusammenhang vorkommen.

Was ist neu am neuen Twitter?

30. September 2010 von che

Seit ein paar Tagen rollt Twitter Stück für Stück das neue Design aus. Schon vorab kursierten die unterschiedlichsten Gerüchte und Design-Schnipsel. Aber was ist dran am neuen Twitter? Auffälligste Veränderung ist das zweispaltige Design, das schon die wichtigsten Informationen bereit stellt: @Erwähnungen, Retweets, Suche und Listen stehen jetzt direkt über der Timeline. In der zweiten Spalte finden sich die Follower, die Twitter-Trends, Favoriten und die Follow-Empfehlungen.

Ein neues und besonders komfortables Feature des neuen Twitter: beim Klick auf einen Tweet mit Video oder Foto erhält man in der Sidebar tatsächlich eine Preview. Das ist echt edel. Alles in allem auf dem ersten Blick ein sehr gut gelungener Relaunch.

Für alle, die sich die wichtigsten Features nochmal erklären lassen wollen, gibt es ein übersichtliches Video:

Mehr zum Thema gibt’s z.B. hier Focus und RP-Online.

Open-Source Netzwerk Diaspora

12. September 2010 von che

Vier Studenten, eine Idee und viele Hoffnungen auf eine Facebook-Alternative. Am 15. September wollen vier New Yorker Studenten ihr Open-Source-Netzwerk Diaspora vorstellen. Die Grundidee ist ganz simpel: Jeder Nutzer soll die volle Kontrolle über seine Daten behalten können. Und gerade deshalb ist es den Vieren wahrscheinlich auch gelungen knapp 6.500 Menschen davon zu überzeugen für diese Idee ein paar Dollar locker zu machen. Ursprünglich sollten es mal 10.000 $ sein – am Ende waren es 200.000 $ und selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat ins Portemonnaie gegriffen.

Und was kann das neue Netzwerk? Im Grunde alles das, was andere auch können, nur der Schutz der Privatssphäre soll quasi intuitiv vom Nutzer selbst bestimmt werden. Außerdem zeigt sich die Plattform erstaunlich offen. Twitter und Flickr sind bereits integriert – Facebook, also der große Konnkurrent – soll folgen. Außerdem gibts nach Angaben der Entwickler Voice-over-IP, OpenID-Authentifizierung und Instant Messaging.

Nun schaut die Netzwelt gespannt auf das, was da kommen mag und auch die deutschen Online-Medien überschlagen sich bei ihrer Berichterstattung:

Welt online
Focus online
taz.de

Smexperten?

27. August 2010 von ak

Kurzform des Social Media Experten, deutsche Entsprechung gibt es nicht. Dafür eine deutschsprachige Facebookseite mit folgendem Mission Statement:

“Zwei Insider der deutschsprachigen Social-Media-Szene stellen hier ihre Lieblings-Worst-Cases vor. Aber auch gute Fallbeispiele werden wir präsentieren – falls wir welche finden.”

smexpertenSeit Anfang der Woche habe die Smexperten zehn Regeln veröffentlicht, die mich köstlich amüsiert haben. Gute Unterhaltung!

REGEL NR.1:
Pflege deine Social Networks nicht, wenn du in einem Gewitter unter einer alleinstehenden Kastanie sitzt.

REGEL NR.2:
Sich mit anderen Menschen zu unterhalten ist wichtig im Social Web, aber lass sie auch in Ruhe, wenn sie sich nicht mit dir unterhalten wollen.

REGEL NR.3:
Du musst dich nicht mit deinen Freunden im Internet unterhalten, wenn du mit anderen Freunden am selben Tisch sitzt.

REGEL NR.4:
Lade alle deine Saufbilder in deine Social Network Profile. Wie soll dein Chef sonst wissen, dass du die Verkaufsverhandlungen in Russland meistern kannst.

REGEL NR.5:
Ab einem gewissen Alter sollte man sich nicht mehr als Digital Native bezeichnen. Ein guter Anhaltspunkt ist der breite Einzug digitaler Technologien Mitte der 90er Jahre.

REGEL NR.6:
Teile in Microblogging-Diensten mindestens zehn Mal täglich die schlimmsten Social-Media-Use-Cases mit. Achte darauf, dass trotz der Begrenzung auf 140 Zeichen immer genug Platz bleibt, um der Welt mitzuteilen, dass du es besser kannst.

REGEL NR.7:
Location Based Services sind die Zukunft. Teile dieses dem Rest der Welt mit, indem du nach einem Check-In laut “Ich bin jetzt bei Foursquare (Friendticker, Gowalla, Qype) eingecheckt” rufst. Checke auch deine Mitmenschen ein. Alle!

REGEL NR.8:
Natürlich bist du der wichtigste Nutzer eines jeden Dienstes. Verhalte dich auch so, wenn du den Kundensupport kontaktierst.

REGEL NR.9:
Sammle mühsam 10 Regeln und veröffentliche dann ein Manifest.

REGEL NR.10:
Halte es auch mit Peter Lustig: Öfter mal ausschalten!

Linktipp: Blogs von Frauen

17. August 2010 von ak

“Wie im echten Leben” schreibt die taz: “Die meisten Blogs im Netz stammen von Frauen. Doch wenn sie gehört werden wollen, gelten sie als karrieregeil.”

Linktipp 17. August 2010
Linktipp 17. August 2010

Kathrin Strohmaier stellt fest:

- dass in Deutschland 79 Prozent der Männer, hingegen nur 65 Prozent der Frauen online sind (Forschungsgruppe Wahlen),

- dass Frauen weniger als Männer für die breite Öffentlichkeit schreiben, drei Viertel aller Frauen bloggen in Tagebuchform (Franka Hesse “Die Geschlechterdimension von Weblogs: Inhaltsanalytische Streifzüge durch die Blogosphäre)

- und “Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen” (Klaus Schönberger “Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggen”).