Smexperten?

27. August 2010 von ak

Kurzform des Social Media Experten, deutsche Entsprechung gibt es nicht. Dafür eine deutschsprachige Facebookseite mit folgendem Mission Statement:

“Zwei Insider der deutschsprachigen Social-Media-Szene stellen hier ihre Lieblings-Worst-Cases vor. Aber auch gute Fallbeispiele werden wir präsentieren – falls wir welche finden.”

smexpertenSeit Anfang der Woche habe die Smexperten zehn Regeln veröffentlicht, die mich köstlich amüsiert haben. Gute Unterhaltung!

REGEL NR.1:
Pflege deine Social Networks nicht, wenn du in einem Gewitter unter einer alleinstehenden Kastanie sitzt.

REGEL NR.2:
Sich mit anderen Menschen zu unterhalten ist wichtig im Social Web, aber lass sie auch in Ruhe, wenn sie sich nicht mit dir unterhalten wollen.

REGEL NR.3:
Du musst dich nicht mit deinen Freunden im Internet unterhalten, wenn du mit anderen Freunden am selben Tisch sitzt.

REGEL NR.4:
Lade alle deine Saufbilder in deine Social Network Profile. Wie soll dein Chef sonst wissen, dass du die Verkaufsverhandlungen in Russland meistern kannst.

REGEL NR.5:
Ab einem gewissen Alter sollte man sich nicht mehr als Digital Native bezeichnen. Ein guter Anhaltspunkt ist der breite Einzug digitaler Technologien Mitte der 90er Jahre.

REGEL NR.6:
Teile in Microblogging-Diensten mindestens zehn Mal täglich die schlimmsten Social-Media-Use-Cases mit. Achte darauf, dass trotz der Begrenzung auf 140 Zeichen immer genug Platz bleibt, um der Welt mitzuteilen, dass du es besser kannst.

REGEL NR.7:
Location Based Services sind die Zukunft. Teile dieses dem Rest der Welt mit, indem du nach einem Check-In laut “Ich bin jetzt bei Foursquare (Friendticker, Gowalla, Qype) eingecheckt” rufst. Checke auch deine Mitmenschen ein. Alle!

REGEL NR.8:
Natürlich bist du der wichtigste Nutzer eines jeden Dienstes. Verhalte dich auch so, wenn du den Kundensupport kontaktierst.

REGEL NR.9:
Sammle mühsam 10 Regeln und veröffentliche dann ein Manifest.

REGEL NR.10:
Halte es auch mit Peter Lustig: Öfter mal ausschalten!

Linktipp: Blogs von Frauen

17. August 2010 von ak

“Wie im echten Leben” schreibt die taz: “Die meisten Blogs im Netz stammen von Frauen. Doch wenn sie gehört werden wollen, gelten sie als karrieregeil.”

Linktipp 17. August 2010
Linktipp 17. August 2010

Kathrin Strohmaier stellt fest:

- dass in Deutschland 79 Prozent der Männer, hingegen nur 65 Prozent der Frauen online sind (Forschungsgruppe Wahlen),

- dass Frauen weniger als Männer für die breite Öffentlichkeit schreiben, drei Viertel aller Frauen bloggen in Tagebuchform (Franka Hesse “Die Geschlechterdimension von Weblogs: Inhaltsanalytische Streifzüge durch die Blogosphäre)

- und “Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen” (Klaus Schönberger “Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggen”).

Das Social Web und der Duisburger OB

15. August 2010 von che

Er ist nicht gerade der beliebteste Politiker Deutschlands, Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland hat sich nach der tragischen Loveparade eine Menge Feinde gemacht. Ob YouTube-Video, Wikipedia-Einträge oder Facebook-Page - Im Social Web ging’s heiß her. Doch was ist übrig von der teilweise sehr emotional geführten Debatte? Wir von AUSSCHNITT haben mal einen Blick auf die geführte Diskussion geworfen und das Ganze als quantitative Kurve der Meinungsäußerungen im Social Web dargestellt.

Schon am Tag der Loveparade (24.7.) wurden einige Stimmen zum Rücktritt des OB geäußert. Dabei kursieren auch Gerüchte, dass der Rücktritt kurz bevor stehe. Am Tag nach der Katastrophe steigt auch die Wut im Social Web und die Forderungen nach einem Rücktritt werden immer lauter. Den Höhepunkt erreichen die Forderungen am 30. Juli, dem Tag vor der Trauerfeier (+656% des Buzz vom ersten heftigen Ausschlag am 25.7.).

Rücktrittsforderungen im Social Web
Rücktrittsforderungen im Social Web

Einen weiteren Ausschlag erfährt die dargestellte Kurve der Rücktrittsforderungen am Tag der Sauerland-Stellungnahme, in der der OB bekannt gibt, sich abwählen lassen zu wollen. Viele vermuten v.a. finanzielle Motive des OB und Wut und Ärger dominieren die Tweets und Blogbeiträge.

Doch die Darstellung zeigt eine Erscheinung, die wir schon häufiger im Social Web beobachten konnten. So schnell die Debatte entstanden ist, so schnell beruhigt sie sich auch wieder. Bis zu den jüngsten neuen Erkenntnissen in Bezug auf die Loveparade ab es nahezu keine weiteren Rücktrittsforderungen aus der Netzgemeinde.

Bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze weiterentwickelt - wir beobachten weiter!

Analysiert wurden im Übrigen Beiträge aus dem Social Web und in ausgewählten Mainstream News, die sich mit dem Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland beschäftigen. Zeitraum der Analyse ist der 24.7. – 12.8.2010

Neuigkeiten aus Twitterland (5)

12. August 2010 von ak

“It’s a girl!” titelt Readers Edition - Traumjob für Gabi. Sie ist TJ für MTV, Twitter-Jockey. Vorher hat sie hier getwittert. Und wer mehr haben will als 140 Zeichen, kann ihr Fashion-Blog lesen: Young, Fat & Fabulous.

In den U.S.A. kann mein seit kurzem via Kurzmitteilung Tweets abonnieren, ohne dass man selbst einen Account hat. Also angenommen, man wollte jemandem followen/folgen, dem man  das nicht so offensichtlich zeigen will, ist das doch eine elegante Lösung. Weitere Infos bei Computerbild: Fast Follow.

In Europa twittern 22,5 Millionen Menschen, sagt Comscore in einer aktuellen Analyse, veröffentlicht in der Internetworld Online. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 106 Prozent Anstieg, gemessen von Juni 2009 bis Juni 2010.

Linktipp: ARD/ZDF Onlinestudie 2010

12. August 2010 von che

Jedes Jahr auf’s Neue veröffentlichen ARD und ZDF eine Studie zum Online-Verhalten der Deutschen. Seriöse Zahlen und spitze Kommentare gegenüber der Netz-Community verschmelzen zu einem immer wieder gerne zitierten Dokument. Die öffentlich-rechtliche Referenz verhilft der Studie dabei mit Sicherheit zur entsprechenden Popularität.

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 sind in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift “Media Perspektiven” (MP 7/2010) dokumentiert und online unter www.ard-zdf-onlinestudie.de abrufbar. Einen Klick ist die Seite auf jeden Fall wert.

Portrait of a Lady

9. Juni 2010 von ak

Wandern sie mit dem Finger über die deutschen Blogcharts. Das erste rein weibliche Blog befindet sich auf Platz 37: Janasworld. Davor platzieren sich Männer oder Mehrautoren-Blogs. Nennen sie aus dem Stehgreif vier, fünf weibliche Bloggerinnen/Autorinnen und das dazugehörige Blog. Sie fragen sich spätestens jetzt, was das soll?  Die weibliche Ausgabe des Standards - diestandard.at porträtierte heute GIRLS CAN BLOG, ein Initiativblog zum besseren Kennenlernen der weiblichen Seite der Blogosphäre. Gründerin von GIRLS CAN BLOG, Annina Luzie Schmid, legt bekannten und weniger bekannten Frauen im Netz ihren Fragebogen vor und lässt sie erzählen, was sie machen: “Über Vielfalt kann frau sich in der Blogosphäre nicht beschweren, dies zeigt ein Blick auf Girls Can Blog. Ob Tagebuchartiges, Anleitungen, Meinungen oder einfach nur Information - es gibt ein beachtliches ‘Work in Progress’, das verfolgt werden möchte.”

Um die Frage zu beantworten:

Platz 42: Les Mads

Platz 55: Amy&Pink

Platz 91: Mädchenmannschaft

Hier gefunden: dieStandard.at

Nachtrag (14. Juni):

Jana von Janasworld hat mich völlig zurecht darauf aufmerksam gemacht, dass Scrapbooking Online Magazin auf Platz 14 und Mondgras auf Platz 17 vor ihr rein weibliche Blogs sind.

Jemand ganz Anderes hat mich vorher darauf hingewiesen, dass Amy&Pink nicht so ganz weiblich ist.


Herzlichen Dank für die Korrekturen.


Antisemitismus im Netz

8. Juni 2010 von ks

Antisemitismus und Rechtsextremismus, auch in sozialen Netzwerken, ist leider nicht neu - doch seit der Nachricht über die israelische Militäraktion gegen die “Solidaritätsflotte” “dunkelt”  es, um mit dem großen Paul Celan zu sprechen, im Netz: In sozialen Netzwerken wie Facebook nehmen anitsemitische Kommentare und rassistische Witze rasant zu. Das Brisante daran, sie werden nicht einmal anonym ins Netz gestellt. Die Nutzer sozialer Netzwerke machen ihrem Ärger über die israelische Militäraktion unverhohlen und leider völlig unreflektiert Luft. Dabei werden häufig sogar Realnamen und Foto benutzt.

Das gesamte ungeheurliche Bild der öffentlichen Judenhetze bietet sich, wenn man in der Facebook-Suchmaschine youropenbook.org als Suchbegriff “Juden” eingibt. Was sich dem Leser hier bietet, lässt den Atem gefrieren.

Facebook kann oder will diese Inhalte nicht löschen. Solange die Nutzungsbedingungen eingehalten werden, bleiben die Inhalte für jeden sichtbar. Facebook sei eine Plattform für Diskussionen, so die Antwort eines Sprechers des Netzwerkes, weshalb es natürlich vorkommen könne, dass Nutzer kontroverse Themen diskutieren. Zwar wisse das amerikanische Unternehmen, dass rechtsextremer  “Nazi Content” in manchen Ländern verboten sei, jedoch heiße dies nicht, dass er komplett aus den Netzwerken verschwinden könne.

Die Frage sei dennoch erlaubt, was mit konkreter Volksverhetzung und Aufruf zum Mord, hier vor allem in morbidesten Analogien zu Holocaust-Szenarien, ist?

Nutzer können entsprechende Seiten und Gruppen melden. Erst im Mai gründete sich auf Facebook eine Widerstandsbewegung gegen die Seite der NPD mit inzwischen mehr als 300.000 Mitgliedern.

Allerdings nutzte in diesem Fall das Melden nicht viel, denn Facebook verwies darauf, dass die NPD in Deutschland eine rechtmäßige Organisation sei.

Hier gefunden: Spiegel Online

Neuigkeiten aus Twitterland (4)

28. Mai 2010 von ak

Die Frankfurter Rundschau greift unter dem Titel “Verflucht berühmt” eine Twitter-Story auf, die außerordentlich amüsant ist. Justin, 29, lebt wieder bei seinem 74 Jahre alten Vater und twittert “sh*tmydadsays”.

Die Geschichte: Er muss wieder bei seinem Vater einziehen, weil er in Los Angeles als Drehbuchautor gescheitert ist. Sein Vater nimmt kein Blatt vor den Mund: “Weißt du, manchmal ist es schön, dich hier zu haben. Aber jetzt gerade nicht. Und nun gib mir die Fernbedienung, wir gucken diesen Bullshit nicht.”

Diese Bonmots erst getwittert, werden zu einem Buch verarbeitet, veröffentlicht und mit William Shatner (zuletzt als Denny Crane in Boston Legal) in der Rolle des Vaters, Sam Halpern, in eine Sitcom verwandelt. Brilliant: “Du - ein veröffentlichter Autor? Internet zählt nicht. Jedes Arschloch kann da seinen Scheiß auskotzen.” - hat aber mit Sicherheit nicht 1,37 Mio. Follower.

BVDW-Umfrage: Mehr Budget für Social Media

26. Mai 2010 von ks

Für den Report “Trend in Prozent” befragte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) unter anderem Online-Agenturen, Web-Dienstleister, Portalbetreiber und Online-Vermarkter. Fast 200 Fragebögen sind in die Auswertung eingeflossen.

Das Ergebnis ist mehr als deutlich: 81 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Agenturen der digitalen Wirtschaft und Social Media Spezialisten erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine positive Entwicklung der Social Media-Budgets.

61 Prozent der Befragten rechnen mit Budgetsteigerungen in der gesamten Onlinewerbung, 60 Prozent für das Segment Mobile Werbung. Stagnierend oder abnehmend werden die Entwicklung von TV-, Radio- und Print-Werbung in diesem Jahr prognostiziert.

PR in den Bereichen des Mitmach-Web wird mit einem Anteil von 61 Prozent als Bereich bewertet, der vom Wachstum besonders profitieren wird. Mit 60 Prozent wird auch der Markenkommunikation steigende Bedeutung prognostiziert. 57 Prozent der Stimmen entfielen auf Costumer Relationship Management und 43 Prozent erwarten einen bedeutenderen Anteil von Social Media für Vertrieb und Sales.

Hier gefunden: pressrelations: Pressemitteilung des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. vom 25.05.2010 und Horizont.net

Neues Erlös-Konzept für Online-Inhalte

21. Mai 2010 von hn

Aus den USA stammt das Konzept des spendenfinanzierten Journalismus (Funding Journalism), das vom schwedischen Pirate Bay-Mitgründer Peter Sunde in ein Erlöskonzept für Online-Content-Lieferanten übertragen wurde. Die dazugehörige Plattform, die sich derzeit noch im Beta-Stadium befindet, nennt sich flattr. Bislang kann man sich noch nicht ohne Weiteres registrieren, sondern muss um eine Einladung bitten.

Bei flattr handelt es sich um einen Social-Payment-Service für Content-Lieferanten, die über die Plattform für ihre bereitgestellten Inhalte zusätzliche Tantiemen erhalten können. Das System funktioniert folgendermaßen: Der Nutzer zahlt auf flattr einen frei wählbaren monatlichen Beitrag, den er für Netzinhalte ausgeben will. Diejenigen, die Content bereitstellen, platzieren einen flattr-Bewertungsbutton auf ihrer Seite. Am Ende des Monats wird der vom Nutzer gewählte Beitrag dann auf die Medienanbieter verteilt, je nach Anzahl der abgegeben Bewertungen und abzüglich einer zehnprozentigen Provision für flattr.

Der Social-Payment-Sevice möchte damit sowohl ein Paid-Content-System als auch ein Listing der besten Netz-Inhalte darstellen. Die Annahme dahinter: Wer für etwas freiwillig bezahlt, gibt anderen eine gewichtige Empfehlung. Bislang hatten nur wenige deutsche Seiten das neue Erlöskonzept für sich entdeckt. Seit gestern findet sich der flattr-Button aber nun auf den Seiten des Webauftritts der taz. Ob sich das Konzept etablieren kann, wird von der Bereitschaft der Nutzer abhängen, freiwillig für Inhalte zu zahlen. Bisherige Erlösmodelle wird flattr wohl nicht ersetzen können, eine sinnvolle Ergänzung könnte es aber darstellen.

Hier gefunden: ECIN, taz Hausblog